Ab­lauf

Wie läuft die künst­liche Be­fruch­tung ab?

Hor­mon­be­hand­lung (Dauer: ca. 9 – 11 Tage)

Wäh­rend eines na­tür­li­chen Mens­trua­ti­ons­zy­klus wird im weib­li­chen Körper nor­ma­ler­weise eine ein­zelne Ei­zelle pro­du­ziert, die nach dem Ei­sprung von dem männ­li­chen Samen be­fruchtet werden kann.

Um bei einer IVF die Wahr­schein­lich­keit einer Schwan­ger­schaft je­doch zu er­höhen, muss sich die Frau oft einer Hor­mon­the­rapie un­ter­ziehen. So wird durch die Ein­nahme be­stimmter Hor­mone zu­nächst die Rei­fung meh­rerer Ei­zellen sti­mu­liert und an­schlie­ßend, etwa neun bis elf Tage nach Be­ginn der Sti­mu­la­tion, die Ovu­la­tion (oder der Ei­sprung) ein­ge­leitet.

Punk­tion

Im nächsten Schritt werden mit­hilfe einer feinen Nadel be­fruch­tungs­fä­hige Ei­zellen ent­nommen (Punk­tion).
Um mög­liche Schmerzen und Ri­siken zu ver­meiden wird die Frau oft unter eine Kurz­nar­kose oder in einen Däm­mer­schlaf ver­setzt. Eine Ne­ben­wir­kung, die auf­treten könnte, sind leichte Blu­tungen. Aber keine Panik, das ist ganz normal!

Be­fruch­tung im Labor

In diesem Schritt findet die ei­gent­liche Be­fruch­tung statt. Wie be­reits er­wähnt, un­ter­scheidet sich der Pro­zess bei beiden Me­thoden und es hängt von der Qua­lität der Sper­mien ab, welche Me­thode am besten für das Paar ge­eignet ist.

Be­fruch­tung bei IVF

Nach der Punk­tion werden die weib­li­chen Ei­zellen mit den männ­li­chen Sper­mien in ein Re­agenz­glas ge­geben, wo sie im besten Fall ei­gen­ständig zu­ein­ander finden. Daher auch die Be­zeich­nung “Re­agenz­glas­be­fruch­tung”.

Somit er­folgt der ei­gent­liche Be­fruch­tungs­pro­zess ge­nauso wie im Körper der Part­nerin [2]. Die Chancen einer Schwan­ger­schaft nach der IVF liegen bei ca. 15 bis 20 Pro­zent pro Be­hand­lungs­zy­klus.

Be­fruch­tung bei ICSI

Die ICSI Me­thode bietet eine bes­sere Chance auf ein ei­genes Kind für alle Paare, deren Männer an einer Frucht­bar­keits­stö­rung leiden. Diese Me­thode eignet sich am besten, wenn…

  • sich un­ge­nü­gend Sper­mien im Eja­kulat des Mannes be­finden
  • die Sper­mien zu un­be­weg­lich sind und es eher un­wahr­schein­lich ist, dass sie es von al­leine zu der Ei­zelle schaffen.

In diesem Fall spritzt der Arzt mit­hilfe einer Mi­kro­pi­pette ein­zelne Sper­mien in die ge­won­nenen weib­li­chen Ei­zellen ein. Die Be­fruch­tung läuft unter einem spe­zi­ellen Mi­kro­skop ab und kann somit strikt kon­trol­liert werden. Ge­lingt der Vor­gang, so können die be­fruch­teten Ei­zellen zwi­schen zwei bis sechs Tagen nach der Punk­tion in den Körper der Frau über­tragen werden.

 

Er­folgs­chancen

Wie hoch sind die Er­folgs­chancen?

Das ist wahr­schein­lich der wich­tigste Punkt, der viele un­ge­wollt kin­der­lose Men­schen be­schäf­tigt. Laut der Bun­des­zen­trale für ge­sund­heit­liche Auf­klä­rung liegt die Ge­bur­ten­rate bei IVF und ICSI bei ca. 15 – 20% pro Be­hand­lungs­zy­klus. Deutsch­land­weit en­deten im Jahr 2016 20,3 % aller IVF- und 19,5% aller ICSI-Ein­griffe in er­folg­rei­chen Ge­burten [1]. Nach einem Kryo­transfer (Transfer der ein­ge­fro­renen be­fruch­teten Ei­zelle oder ein­ge­fro­rener Sper­mien) ist es immer noch mög­lich, ein ei­genes Kind zu be­kommen, doch die Wahr­schein­lich­keit sinkt auf 17,7%.

» Hier fin­dest Du mehr zum Thema Kryo­transfer und So­cial Free­zing.

Al­ler­dings sollte man im Hin­ter­kopf be­halten, dass die oben ge­nannten Werte nur als An­halts­punkte dienen und von Si­tua­tion zu Si­tua­tion un­ter­schied­lich sind. Unter an­derem ist das Alter der Frau aus­schlag­ge­bend für den Er­folg der beiden Be­hand­lungen. So be­trägt die Schwan­ger­schafts­wahr­schein­lich­keit im Alter bis zu 30 Jahren über 40% pro Em­bryo­transfer, wäh­rend sie ab dem 43 Le­bens­jahr nur noch bei 15% liegt [1].

Und hier eine wei­tere hilf­reiche Sta­tistik: Da eine Kin­der­wunsch­be­hand­lung meis­tens mit einer hohen emo­tio­nalen und fi­nan­zi­ellen Be­las­tung ver­bunden ist, bre­chen viele Pa­ti­enten früh­zeitig ab. Die ak­tu­ellsten Stu­dien schenken je­doch Hoff­nung! Laut dem Deut­schen IVF-Re­gister steigt die Wahr­schein­lich­keit einer Schwan­ger­schaft nach meh­reren Be­hand­lungs­zy­klen. So liegt sie nach einem Ver­such bei 30%, nach dem dritten bei 61% und steigt nach dem vierten Trans­fer­zy­klus auf 79% [1].

Kosten

Diese Kosten ent­stehen bei einer IVF / ICSI

Die Kosten einer Kin­der­wunsch­be­hand­lung sind hoch und können bis zu 4.000 € pro einen IVF und bis zu 5.000 € pro einen ICSI Be­hand­lungs­zy­klus liegen. Und wenn man be­denkt, dass viele Paare gleich meh­rere Ver­suche be­nö­tigen, müssen sie ziem­lich tief in die Ta­schen greifen. Doch wer in Deutsch­land lebt und ge­setz­lich ver­si­chert ist, teilt die Kosten mit seiner oder ihrer Kran­ken­kasse zu 50 % und für ma­ximal drei Ver­suche einer IVF oder ICSI Be­hand­lung.

Die ge­setz­li­chen Kran­ken­kassen be­tei­ligen sich je­doch nur unter be­stimmten Vor­aus­set­zungen. Diese sind:

  • Künst­liche Be­fruch­tung muss me­di­zi­nisch not­wendig und nach­weisbar sein.
  • Das Paar muss ver­hei­ratet sein.
  • Es dürfen aus­schließ­lich Samen- und Ei­zellen der beiden Ehe­partner ver­wendet werden.
  • Das Alter der Partner muss zwi­schen 25 – 40 Jahren bei der Frau und zwi­schen 25 – 50 Jahren bei dem Mann liegen.
  • Pri­vate Kran­ken­kassen haben an­dere Be­din­gungen und sollten in­di­vi­duell ge­klärt werden.

Ei­nige Bun­des­länder un­ter­stützen kin­der­lose Paare durch einen spe­zi­ellen Zu­schuss. Sie über­nehmen z.B. noch einmal 50% des Ei­gen­an­teils für die Be­hand­lung. Das sind die Bun­des­länder, die eine künst­liche Be­fruch­tung fi­nan­ziell un­ter­stützen:

  • Meck­len­burg-Vor­pom­mern
  • Bran­den­burg
  • Berlin
  • Thü­ringen
  • Sachsen
  • Sachsen-An­halt
  • Nie­der­sachsen
  • Hessen
  • Nord­rhein-West­falen
Ri­siken

Welche Ri­siken gibt es?

Wie bei jedem me­di­zi­ni­schen Ein­griff kann es auch bei einer Kin­der­wunsch­be­hand­lung zu kör­per­li­chen und see­li­schen Kom­pli­ka­tionen kommen. Des­halb müsste der erste Schritt immer aus einer aus­führ­li­chen Be­ra­tung und Ab­wä­gung aller Vor- und Nach­teile be­stehen.

Ri­siken der Hor­mon­the­rapie

Eine Hor­mon­the­rapie kann so­wohl see­lisch als auch kör­per­lich be­las­tend sein. In ei­nigen Fällen kann es zu einer so­ge­nannten Über­sti­mu­la­tion kommen, bei der die Ei­er­stöcke auf die Be­hand­lung “über­re­agieren”, sich stark ver­grö­ßern und zu viele Hor­mone pro­du­zieren. Au­ßerdem kann sie zu Was­ser­ein­la­ge­rungen im Bauch­be­reich führen und von Syn­dromen wie Übel­keit, Atemnot und Span­nungen be­gleitet werden.

Mehr­lings­schwan­ger­schaften

Die Über­tra­gung meh­rerer Em­bryonen bei IVF und ICSI kann au­ßerdem zu Mehr­lings­schwan­ger­schaften führen und die Ge­sund­heit der Frau schwer­wie­gender be­an­spru­chen. Dem Deut­schen IVF-Re­gister zu­folge, liegt die Wahr­schein­lich­keit Zwil­linge aus­zu­tragen bei 21,1 % und bei 0,5 % für eine Dril­lings­schwan­ger­schaft. Somit liegt Deutsch­land deut­lich über an­deren eu­ro­päi­schen Län­dern.

Stress

Auch psy­chi­sche und fi­nan­zi­elle Be­las­tungen sind wei­tere wich­tige Aspekte, die auf keinen Fall ver­nach­läs­sigt werden sollten.

Wird sich das Em­bryo ein­nisten? Wie ver­läuft die Schwan­ger­schaft? Be­steht die Ge­fahr einer Fehl­ge­burt? Die Un­ge­wiss­heit nach dem Em­bryo­transfer können das Paar ver­ständ­li­cher­weise sehr mit­nehmen und eine echte emo­tio­nale Ach­ter­bahn ver­ur­sa­chen. Kein Wunder, denn oft werden alle Hoff­nungen auf die Be­hand­lung ge­setzt!

Au­ßerdem muss der Le­bens­stil, der Ta­ges­ab­lauf und sogar das Sex­leben dras­tisch um­ge­stellt und an den Be­hand­lungs­plan an­ge­passt werden.

Um sich diese auch so ner­ven­auf­rei­bende Phase zu er­leich­tern, ist es even­tuell sinn­voll auf pro­fes­sio­nelle Hilfe zu­rück­zu­greifen und die Be­hand­lung von einem Psy­cho­logen be­gleiten zu lassen.

 

Fazit

Zu­sam­men­fas­sung

Zu­sam­men­ge­fasst: Die Ent­schei­dung für oder gegen eine künst­liche Be­fruch­tung ist wie eine Waage. Auf der einen Tafel liegen Un­ge­wiss­heiten und Her­aus­for­de­rungen, die auf­treten können: Kosten, sowie ge­sund­heit­liche und emo­tio­nale Be­las­tungen. Auf der an­deren Tafel liegt die Sehn­sucht nach einem ei­genen Kind. Welche der Seiten über­wiegt, ist sehr in­di­vi­duell und hängt voll und ganz von den Mög­lich­keiten der po­ten­zi­ellen El­tern ab.

Wichtig ist Fol­gendes: Solch ein le­bens­ver­än­dernder Schritt sollte nicht nur von Emo­tionen ge­leitet werden. Glück­li­cher­weise leben wir in einer Zeit, in der wir mit­hilfe von Daten und me­di­zi­ni­scher Tests eine gut über­legte Ent­schei­dung treffen können.

Nimm Dir Zeit, um einen Spe­zia­listen zu finden, auf den Du dich ver­lassen kannst. Ein guter Arzt wird Dir mit allen mög­li­chen In­for­ma­tionen zur Seite stehen und Dir in dieser ent­schei­denden Le­bens­phase be­gleiten. Wir ar­beiten mit den besten Kin­der­wun­sch­zen­trum Eu­ropas und be­raten Dich gern!

Hier kannst Du mehr über die Mög­lich­keiten einer künst­liche Be­fruch­tung in Deutsch­landTsche­chienPolen oder Spa­nien er­fahren.

Über Fer­tilly

Wir bei Fer­tilly haben es uns zur Auf­gabe ge­macht, Paare (homo- und he­te­ro­se­xuell) und Sin­gles auf dem Weg zur Er­fül­lung ihres Kin­der­wun­sches zu be­gleiten. Dabei ist es uns wichtig Trans­pa­renz im Be­reich der An­ge­bote zum Thema Kin­der­wunsch zu schaffen, In­for­ma­tionen und Wissen zu den Themen Schwan­ger­schaft und Frucht­bar­keit zu ver­mit­teln und Dir und Euch dabei zu helfen, die am besten pas­sende Kin­der­wun­sch­klinik zu finden. Durch Ko­ope­ra­tionen mit erst­klas­sigen Kin­der­wun­sch­zen­tren in Deutsch­land und im Aus­land werden An­fragen über Fer­tilly be­vor­zugt be­han­delt. Somit um­gehen un­sere Pa­ti­en­tinnen und Pa­ti­enten die sonst meist langen War­te­zeiten und kommen schneller an ihr Ziel.

Du möch­test Dich weiter über Kin­der­wun­sch­zen­tren, Er­folgs­raten und Preise in­for­mieren, melde Dich gerne über diesen Fra­ge­bogen bei uns. Wir be­raten Dich kos­tenlos und un­ver­bind­lich.

 

Wie läuft die Be­ra­tung ab?

  • Be­ant­worte uns im On­line For­mular erste Fragen um einen Termin zu bu­chen. So können wir im Ge­spräch besser auf Deine Be­dürf­nisse ein­gehen.

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