Jenia Chor­na­ya

AMH-Wert: Dei­ne Eizell­re­ser­ve und das Anti-Mül­­ler-Hor­­mon

Einer der Grün­de dafür ist der begrenz­te Vor­rat an Eizel­len, mit dem jede Frau gebo­ren wird. In die­sem Arti­kel befas­sen wir uns mit dem The­ma Eizell­re­ser­ve und ihrem hor­mo­nel­len Para­me­ter – dem Anti-Mül­ler-Hor­mon.

Was ist eine Eizell­re­ser­ve?

Ein kur­zer Rück­blick in den Bio­lo­gie­un­ter­richt: Für die Zeu­gung eines Kin­der wird der männ­li­che Samen und die weib­li­che Eizel­le benö­tigt. Sobald die­se sich gefun­den und ver­bun­den haben, beginnt die Schwan­ger­schaft. So weit, so gut.

Die Sper­mi­en des Man­nes wer­den immer wie­der erneu­ert, wohin­ge­gen der Frau nur eine bestimm­te Anzahl an Eizel­len zur Ver­fü­gung ste­hen: Die soge­nann­te ova­ri­el­le Reser­ve. Die­se Reser­ve wird mit jeder Monats­blu­tung um meh­re­re Eizel­len ver­rin­gert. Pro Zyklus kön­nen von 40 bis zu 1000 Fol­li­kel ver­braucht wer­den. Sobald die Eizell­re­ser­ve aus­ge­schöpft ist, tritt die Meno­pau­se ein.

Wie wird die Eizell­re­ser­ve gemes­sen?

Die Eizell­re­ser­ve zeigt an, wie vie­le lebens­fä­hi­ge Eizel­len in den Eier­stö­cken der Frau aktu­ell vor­han­den sind. Die Kom­bi­na­ti­on aus zwei Mar­kern gibt dar­über Aus­kunft: Die Anzahl der Fol­li­kel im Ultra­schall und der AMH-Wert.

1. Die Anzahl der Fol­li­kel im Ultra­schall
Zu der Bestim­mung des Para­me­ters wird ein Sono­gramm der Eier­stö­cke durch­ge­führt, wel­ches als antra­ler Fol­li­kel­count (AFC) bekannt ist. Die­se Pro­ze­dur erfolgt zu Beginn des Zyklus und gibt eine Aus­kunft über die Men­ge der Eibläs­chen, in wel­chen spä­ter die Eizel­len her­an­rei­fen kön­nen.

Bei der Unter­su­chung wer­den alle Eibläs­chen, die einen Durch­mes­ser zwi­schen 2 — 10 mm haben, addiert. Ein Wert zwi­schen 6 und 10 Fol­li­keln deu­tet auf eine nor­ma­le ova­ri­el­le Reser­ve hin. Hin­ge­gen spricht man bei einem Wert unter sechs Fol­li­keln von einem zu nied­ri­gen Eizell­vor­rat.

2. Das Anti-Mül­ler-Hor­mon im Blut
Ein wei­te­rer Mess­wert ist das Anti-Mül­ler-Hor­mon (AMH), mit dem wir uns im Wei­te­ren beschäf­ti­gen wer­den.

Das Anti-Mül­ler-Hor­mon

Das AMH hat zwei Haupt­funk­tio­nen:

1. Sexu­el­le Dif­fe­ren­zie­rung

Das Hor­mon spielt eine wich­ti­ge Rol­le bei der Geschlechts­bil­dung der Embryo­nen. Wird es ein Jun­ge, wird das Hor­mon aus­ge­sto­ßen und führt zur Rück­bil­dung der soge­nann­ten Mül­ler-Gän­ge. Bei einem Mäd­chen wird das Hor­mon nicht pro­du­ziert, wodurch sich aus den Gän­gen ein Ute­rus, die Eilei­ter und eine Vagi­na bil­den kön­nen.

2. Para­me­ter zur Ein­schät­zung der Eizell­re­ser­ve

Wie schon erwähnt, ist das Anti-Mül­ler-Hor­mon ein Indi­ka­tor für den Stand der Eizell­re­ser­ve in den Eier­stö­cken. Es wird in den Gra­nu­losa­zel­len gebil­det und umgibt die Fol­li­kel, in denen die Eizel­len her­an­rei­fen.
Somit ent­spricht die AMH-Kon­zen­tra­ti­on der Anzahl der her­an­wach­sen­den Eibläs­chen und ermög­licht die Beur­tei­lung des aktu­el­len Eizell­vor­rats. Sprich, ist der AMH-Spie­gel hoch, ver­fü­gen die Eier­stö­cke über genü­gend Eizel­len.

Wie wird das Anti-Mül­ler-Hor­mon gemes­sen?

Der AMH-Spie­gel wird mit­tels Blut­ab­nah­me bestimmt. Die Kos­ten der Unter­su­chung lie­gen zwi­schen 30 und 150 Euro und kön­nen bei einer medi­zi­ni­schen Not­wen­dig­keit von der Kran­ken­kas­se über­nom­men wer­den. Aller­dings ist eine Abspra­che mit der eige­nen Kran­ken­kas­se emp­feh­lens­wert.

Für das Anti-Mül­ler-Hor­mon gel­ten fol­gen­de Norm­wer­te: Ein Ergeb­nis von über 1 ng/ml deu­tet auf einen aus­rei­chen­den ova­ri­el­len Vor­rat hin. Woge­gen ein Wert von weni­ger als 1 ng/ml ein deut­li­cher Hin­weis auf eine ver­min­der­te Eizell­re­ser­ve und den mög­li­chen bal­di­gen Ein­tritt der Meno­pau­se ist.

Das Anti-Mül­ler-Hor­mon ist außer­dem ein guter Indi­ka­tor der ova­ri­el­len Funk­ti­ons­re­ser­ve, weil es jeder­zeit gemes­sen wer­den kann. Die Wer­te blei­ben sta­bil und unter­lie­gen kei­nen zyklus­be­ding­ten Schwan­kun­gen.

Jedoch soll­ten die Ergeb­nis­se immer im Kon­text betrach­tet wer­den.
Zum einen ist das Alter der Pati­en­tin ent­schei­dend. Der­sel­be Wert kann bei einer 30- und einer 36-Jäh­ri­gen unter­schied­li­che Bedeu­tun­gen haben.

Zum ande­ren deu­ten neue Stu­di­en auf einen Zusam­men­hang des AMH-Spie­gels mit der Ein­nah­me von Kon­tra­zep­ti­va. Hor­mo­nel­le Ver­hü­tungs­mit­tel las­sen den Wert des Anti-Mül­ler-Hor­mons bis zu 30% sin­ken! Somit lässt sich erst nach dem Abset­zen der Pil­le ein aus­sa­ge­kräf­ti­ges Ergeb­nis fest­stel­len.

Ein nega­ti­ver Test ist noch lan­ge kein Grund zur Ver­zweif­lung! Die Anzahl der Fol­li­kel und das Anti-Mül­ler-Hor­mon geben aus­schließ­lich eine Aus­kunft über die Quan­ti­tät der ver­blie­be­nen Eizel­len der Pati­en­tin. Mit dem Ergeb­nis lässt sich also eine unge­fäh­re Zeit­span­ne berech­nen, in der die Frau noch schwan­ger wer­den könn­te.

Doch ob eine Schwan­ger­schaft über­haupt mög­lich ist, hängt stark von der Qua­li­tät der vor­han­de­nen Eizel­len, der Frucht­bar­keit des Part­ners und wei­te­ren Fak­to­ren ab. Daher kann es pas­sie­ren, dass eine Frau mit einer nied­ri­gen Eizell­re­ser­ve frucht­bar ist und eher schwan­ger wer­den kann als eine Pati­en­tin mit vie­len, aber nicht funk­tio­nel­len Eizel­len.

Wozu wird das Anti-Mül­ler-Hor­mon gemes­sen?

Neben der Bestim­mung der Eizell­re­ser­ve, ist das Anti-Mül­ler-Hor­mon auch bei der Dia­gnos­ti­zie­rung ver­schie­de­ner Erkran­kun­gen hilf­reich. Bei Frau­en gehö­ren dazu fol­gen­de Krank­hei­ten:

Eine Unter­su­chung des Anti-Mül­ler-Hor­mons ist außer­dem bei Frau­en sinn­voll, bei denen die hor­mo­nel­le Sti­mu­la­ti­on im Rah­men einer Kin­der­wunsch­be­hand­lung geplant ist. Auf­grund der Ergeb­nis­se lässt sich die Dosie­rung der nöti­gen Medi­ka­men­te bestim­men, sodass das Risi­ko einer hor­mo­nel­len Über­sti­mu­la­ti­on ver­min­dert wer­den kann.

Auch bei Män­nern kann die Unter­su­chung bei der Fest­stel­lung der Infer­ti­li­tät oder auch bei der Beur­tei­lung der Hoden­funk­ti­on hel­fen.

Wann ist das Anti-Mül­ler-Hor­mon zu hoch?

Ein Wert von über 5,0 ng/ml deu­tet auf ein hohes Anti-Mül­ler-Hor­mon im Blut. Ist das der Fall, so soll­te unbe­dingt eine detail­lier­te Unter­su­chung durch­ge­führt wer­den. Die Ursa­che für einen zu hohen AMH-Wert könn­te das Poly­zys­ti­sche Ovar­syn­drom sein, bei wel­chem die Eier­stö­cke der Betrof­fe­nen von vie­len klei­nen Zys­ten (oder unvoll­stän­dig gereif­ten Fol­li­keln) umge­ben sind. Die­se Erkran­kung ist bis zu dem heu­ti­gen Tag lei­der nicht heil­bar und kann zu Unfrucht­bar­keit füh­ren.

Das Anti-Mül­ler-Hor­mon ist zu nied­rig: Was lässt sich tun?

Lei­der gibt es kei­ne Mit­tel oder medi­zi­ni­sche Ein­grif­fe, die die Abnah­me der Eizell­re­ser­ve im Kör­per ver­hin­dern kön­nen. Unab­hän­gig von der Anzahl der Schwan­ger­schaf­ten oder den ange­wen­de­ten Ver­hü­tungs­me­tho­den ver­rin­gert sich der Vor­rat mit dem stei­gen­den Alter der Frau.

Aller­dings sind davon nicht nur Frau­en im fort­ge­schrit­te­nen Alter betrof­fen. In weni­gen Fäl­len kann die Eizell­re­ser­ve auch schon in jun­gem Alter dras­tisch abneh­men.

Dar­auf kön­nen sich Fak­to­ren wie der Lebens­stil, Krank­hei­ten oder gene­ti­sche Ver­an­la­gung aus­wir­ken. So haben Wis­sen­schaft­ler her­aus­ge­fun­den, dass die Wahr­schein­lich­keit einer Schwan­ger­schaft bei einer Rau­che­rin jähr­lich um 4 % sinkt. Dabei spielt die Niko­tin­men­ge kei­ne Rol­le, viel­mehr trägt jede ein­zel­ne Ziga­ret­te zu dem Pro­blem bei. In die­sem Sin­ne: Wer die Erfül­lung des eige­nen Kin­der­wun­sches anstrebt, soll­te auf das Rau­chen kom­plett ver­zich­ten.

Ein wei­te­rer Rat­schlag für Paa­re mit Kin­der­wunsch ist, auf einen gesun­den Lebens­stil zu ach­ten. Wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en bele­gen, dass Über­ge­wicht die Wahr­schein­lich­keit einer natür­li­chen Schwan­ger­schaft min­des­tens genau­so senkt wie Rau­chen. Die Eizell­re­ser­ve wird durch die­se Maß­nah­men zwar nicht mehr stei­gen, doch die Lebens­wei­se der Pati­en­tin kann beein­flus­sen, wie schnell sie sich aus­schöpft.

Ist die Schwan­ger­schaft zu dem aktu­el­len Zeit­punkt nicht erwünscht oder mög­lich, raten die Ärz­te zu der soge­nann­ten Kryo­kon­ser­vie­rung – dem Ein­frie­ren der Eizel­len.

Außer­dem gibt es eine Rei­he von poten­zi­el­len The­ra­pien, wie die Ein­nah­me von DHEA (Dehy­dro­epia­nd­ros­te­ron), deren Wir­kung jedoch bis­her nicht aus­rei­chend getes­tet und nach­ge­wie­sen wer­den konn­te.

Um dem eige­nen Kör­per nicht zu scha­den oder die Hoff­nung ver­früht auf­zu­ge­ben, emp­feh­len wir Dir Dich von Dei­nem behan­deln­den Arzt bera­ten zu las­sen. So lässt sich die bes­te Vor­ge­hens­wei­se für Dei­nen spe­zi­fi­schen Fall fin­den.

Über Fer­til­ly

Wir bei Fer­til­ly haben es uns zur Auf­ga­be gemacht, Paa­re (homo- und hete­ro­se­xu­ell) und Sin­gles auf dem Weg zur Erfül­lung ihres Kin­der­wun­sches zu beglei­ten. Dabei ist es uns wich­tig Trans­pa­renz im Bereich der Ange­bo­te zum The­ma Kin­der­wunsch zu schaf­fen, Infor­ma­tio­nen und Wis­sen zu den The­men Schwan­ger­schaft und Frucht­bar­keit zu ver­mit­teln und Dir und Euch dabei zu hel­fen, die am bes­ten pas­sen­de Kin­der­wun­sch­kli­nik zu fin­den. Durch Koope­ra­tio­nen mit erst­klas­si­gen Kin­der­wun­sch­zen­tren in Deutsch­land und im Aus­land wer­den Anfra­gen über Fer­til­ly bevor­zugt behan­delt. Somit umge­hen unse­re Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten die sonst meist lan­gen War­te­zei­ten und kom­men schnel­ler an ihr Ziel.

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