Jo­hanna Kohnen

Er­näh­rung bei Kin­der­wunsch und Schwan­ger­schaft

Wie so oft: Die Er­näh­rung spielt auch bei Kin­der­wunsch eine ent­schei­dende Rolle

Be­reits vor Ein­tritt einer Schwan­ger­schaft emp­fehlen Frau­en­ärzte häufig die Ein­nahme von Fol­säure (auch be­kannt als Vit­amin B9). Diese för­dert den Zell­tei­lungs­pro­zess und das Ge­we­be­wachstum [1]. Da der Fol­säu­re­spiegel im Körper nur sehr langsam steigt, ist es sinn­voll, mit der Ein­nahme früh­zeitig zu be­ginnen. Neben Vit­amin­prä­pa­raten kann Fol­säure auch auf na­tür­li­chem Wege über die Nah­rung auf­ge­nommen werden. Eine hohe Kon­zen­tra­tion an Fol­säure be­findet sich bei­spiels­weise in Ki­cher­erbsen oder grünem Ge­müse wie Brok­koli und Bohnen.

Tipps:
Frauen, die eine Schwan­ger­schaft planen, sollen zu­sätz­lich zu einer aus­ge­wo­genen Er­näh­rung 400 µg Fol­säure pro Tag ein­nehmen.

Die Ein­nahme soll min­des­tens 4 Wo­chen vor der Emp­fängnis be­ginnen und bis zum Ende des 1. Schwan­ger­schafts­drit­tels fort­ge­setzt werden.

Er­näh­rung bei Kin­der­wunsch: Wei­tere Vit­amine, die Du be­rück­sich­tigen soll­test

Vit­amin B12 und B6 wirken sich so­wohl auf die weib­liche, als auch auf die männ­liche Frucht­bar­keit aus. Vit­amin B12 hilft dem Körper die Fol­säure zu ver­ar­beiten, und findet sich in Käse, Fisch und Fleisch wieder. Vit­amin B6 un­ter­stützt im All­ge­meinen den Stoff­wechsel, sowie bei Män­nern die Tes­to­ste­ron­bil­dung und kommt vor allem in Bohnen, Brok­koli sowie Kar­tof­feln vor.
Auch Vit­amin E kann die Wahr­schein­lich­keit einer Schwan­ger­schaft un­ter­stützen und hilft dem weib­li­chen Körper bei der Ein­nis­tung der Ei­zelle in die Ge­bär­mutter. Dieses findet sich zum Bei­spiel in Ei­gelb, Pa­prika oder Son­nen­blu­menöl. Kal­zium, wel­ches zum Bei­spiel in Milch­pro­dukten ent­halten ist, kann den Ei­sprung för­dern. Le­bens­mittel wie Jo­ghurt, Quark und Kefir sollten auch beim Mann nicht in der Er­näh­rung fehlen, da sie die Qua­lität der Sper­mien er­höhen.
Für eine gute Sper­mi­en­bil­dung sind weiter die Vit­amine C und E wichtig. Auch sollten Männer auf eine aus­rei­chende Zink­zu­fuhr achten, da da­durch die Kon­sti­tu­tion der Sa­men­zellen po­sitiv be­ein­flusst werden kann. Auf dem Markt sind viele Pro­dukte er­hält­lich, die spe­ziell auf einen Kin­der­wunsch ab­ge­stimmt sind. Dabei gilt wie so oft: Vit­amin­prä­pa­rate können helfen, al­ler­dings ist eine aus­ge­wo­gene Er­näh­rung bei der Kin­der­wunsch­pla­nung das A und O [2].

Picknick

Tipps:‍
Eine aus­ge­wo­gene Er­näh­rung ist be­reits vor Ein­tritt der Schwan­ger­schaft wichtig! Ver­suche Dich an neuen Re­zepten und pro­biere neue und un­ter­schied­liche Le­bens­mittel aus. Haupt­be­stand­teile sollten dabei Ge­müse, Obst, Hül­sen­früchte und Voll­korn­pro­dukte sein. Mäßig ver­zehrt werden hin­gegen tie­ri­sche Le­bens­mittel. Auch soll­test Du reich­lich ka­lo­ri­en­freie Ge­tränke zu sich nehmen [3].

Sparsam sollten Sü­ßig­keiten, zu­cker­hal­tige Ge­tränke und Snack­pro­dukte, sowie Fette mit hohem An­teil ge­sät­tigter Fett­säuren und Öle ver­zehrt werden. Be­nutzt Du lieber Pflan­zenöle, wie zum Bei­spiel Oli­venöl [4].

Über­ge­wicht ver­meiden

In Deutsch­land ist etwa ein Drittel der Frauen im ge­bär­fä­higen Alter von Über­ge­wicht oder Adi­po­sitas be­troffen [5]. Dabei ist müt­ter­li­ches Über­ge­wicht mit er­höhten Ent­zün­dungs­werten, Hor­mon­spie­geln und un­güns­tigen Me­ta­bo­liten as­so­zi­iert, die die Ent­wick­lung des Eis und des Em­bryos ne­gativ be­ein­flussen können und das Ri­siko für chro­ni­sche Er­kran­kungen beim Kind er­höhen. Über­ge­wicht bei Män­nern wirkt sich ne­gativ auf die Qua­lität, Quan­tität und Be­weg­lich­keit der Sper­mien aus und steht eben­falls unter Ver­dacht, das Ri­siko für chro­ni­sche Er­kran­kungen bei den Nach­kommen zu stei­gern. Eine Ge­wichts­re­duk­tion wäre daher so­wohl für spä­tere Mütter als auch für die Väter emp­feh­lens­wert [6].

Tipps:‍
Schon vor der Schwan­ger­schaft ist eine best­mög­liche An­nä­he­rung des Kör­per­ge­wichts an ein Nor­mal­ge­wicht wün­schens­wert.

Eine an­ge­mes­sene Ge­wichts­zu­nahme in der Schwan­ger­schaft liegt für nor­mal­ge­wich­tige Frauen etwa zwi­schen 10 und 16 kg.

Joggen

Ri­si­ko­fak­toren be­sei­tigen

Al­kohol und Rau­chen sind tabu. Auch be­reits in der Kin­der­wun­sch­zeit ist es emp­feh­lens­wert, auf die täg­liche Zi­ga­rette und Al­ko­ho­lika zu ver­zichten [7]. Rau­chen wirkt sich ne­gativ auf die Frucht­bar­keit aus und ist wäh­rend der Schwan­ger­schaft ganz klar tabu [8]. Auch ge­ringe Mengen von Al­kohol in der Schwan­ger­schaft können sich ne­gativ auf den Fötus aus­wirken [9].

Tipp:
Be­reits in der Phase des Kin­der­wun­sches auf Al­kohol und Rau­chen ver­zichten.

Auf die Zahn­ge­sund­heit achten

Frauen, die eine Schwan­ger­schaft planen, sollten ihre Zahn­ge­sund­heit über­prüfen und ge­ge­be­nen­falls eine ge­zielte Be­hand­lung durch­führen lassen. Eine un­be­han­delte müt­ter­liche Par­odon­titis war in Stu­dien mit einem er­höhten Ri­siko von Früh­ge­burt und nied­rigem Ge­burts­ge­wicht as­so­zi­iert [10].

Tipp:
Termin beim Zahn­arzt ma­chen, um Zahn­pro­bleme ab­zu­klären und eine ad­äquate Mund­hy­giene durch­führen.

 

Be­we­gung, Be­we­gung, Be­we­gung

Frauen mit Kin­der­wunsch und schwan­gere Frauen sollten sich an den all­ge­meinen Be­we­gungs­emp­feh­lungen für Er­wach­sene ori­en­tieren [11]. Dabei ist auch wieder auf Deine Ge­wohn­heiten zu achten. Hast Du vorher Sport ge­trieben, spricht nichts gegen eine Wei­ter­füh­rung bis in die Schwan­ger­schaft hinein. Soll­test Du eine haupt­säch­lich sit­zende Tä­tig­keit aus­üben und wenig Sport treiben, sind bei­spiels­weise Spa­zier­gänge emp­feh­lens­wert. Dies hilft Dir und Deinem po­ten­zi­ellen Nach­wuchs ge­sund zu bleiben und ver­hin­dert Kom­pli­ka­tionen im Schwan­ger­schafts­ver­lauf [12].

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Quellen:

[1] Czeizel AE, Dudas I, Paput L et al. Pre­ven­tion of neural-tube de­fects with per­icon­cep­tional folic acid, me­thyl­fo­late, or mul­ti­vit­amins (2011); 58: 263–271 [82] De-Regil LM, Pena-Rosas JP, Fer­nandez-Gaxiola AC et al. Ef­fects and safety of per­icon­cep­tional oral fo­late sup­ple­men­ta­tion for pre­ven­ting birth de­fects. Co­ch­rane Da­ta­base Syst Rev 2015; (12): CD007950. doi:10.1002/14651858.CD007950.pub3
[2] Hanson MA, Bardsley A, De-Regil LM et al. The In­ter­na­tional Fe­de­ra­tion of Gy­ne­co­logy and Ob­stetrics (FIGO) re­com­men­da­tions on ado­lescent, pre­con­cep­tion, and ma­ternal nut­ri­tion: “Think Nut­ri­tion First”. Int J Gynaecol Ob­stet (2015); 131 (Suppl. 4): S213–S253
[3] Deut­sche Ge­sell­schaft für Er­näh­rung (DGE); Ös­ter­rei­chi­sche Ge­sell­schaft für Er­näh­rung (ÖGE); Schwei­ze­ri­sche Ge­sell­schaft für Er­näh­rung (SGE). Re­fe­renz­werte für die Nähr­stoff­zu­fuhr (2017)
[4] Deut­sche Ge­sell­schaft für Er­näh­rung. Voll­wertig essen und trinken nach den 10 Re­geln der DGE. On­line: http://www.dge.de/ernaehrungspraxis/ voll­wer­tige-er­na­eh­run­g/10-re­geln-der-dge/; Stand: 20.11.2017
[5] Men­sink GBM, Schi­en­kie­witz A, Haf­ten­berger M. et al. Über­ge­wicht und Adi­po­sitas in Deutsch­land. Er­geb­nisse der Studie zur Ge­sund­heit Er­wach­sener in Deutsch­land (DEGS1). Bun­des­ge­sund­heits­blatt (2013); 56: 786–794
[6] O’­Connor DL, Blake J, Bell R et al.; Nut­ri­tion Working Group. Ca­na­dian Con­sensus on Fe­male Nut­ri­tion: Ado­lescence, Re­pro­duc­tion, Me­no­pause, and Beyond. J Ob­stet Gynaecol Can (2016); 38: 508–554.e18 [22] Na­tional In­sti­tute for He­alth and Cli­nical Ex­cel­lence. Weight ma­nage­ment be­fore, du­ring and after pregnancy. On­line: https://www.nice. org.uk/guidance/ph27/resources/weight-management-before-duringand-after-pregnancy-pdf-1996242046405; Stand: 16.11.2017
[7] Röbl-Ma­thieu M. Pre­con­cep­tion Coun­sel­ling. Frau­en­arzt (2013); 54: 966– 972 [4] Hanson MA, Bardsley A, De-Regil LM et al. The In­ter­na­tional Fe­de­ra­tion of Gy­ne­co­logy and Ob­stetrics (FIGO) re­com­men­da­tions on ado­lescent, pre­con­cep­tion, and ma­ternal nut­ri­tion: “Think Nut­ri­tion First”. Int J Gynaecol Ob­stet 2015; 131 (Suppl. 4): S213–S253
[8] The Ame­rican So­ciety for Re­pro­duc­tive Me­di­cine. Op­ti­mi­zing na­tural fer­ti­lity: a com­mittee opi­nion. Prac­tice Com­mittee of the Ame­rican So­ciety for Re­pro­duc­tive Me­di­cine in col­la­bo­ra­tion with the So­ciety for Re­pro­duc­tive En­docri­no­logy and In­fer­ti­lity. Fertil Steril (2013); 100: 631– 637
[9] Van Heertum K, Rossi B. Al­cohol and fer­ti­lity: how much is too much? Fertil Res Pract (2017); 3: 10
[10] Ame­rican Aca­demy of Pe­diatric Den­ti­stry (AAPD). Gui­de­line on Pe­ri­natal Oral He­alth Care (2018). On­line: http://www.aapd.org/media/policies_ guidelines/g_perinataloralhealthcare.pdf
[11] Fer­rari N, Graf C. Be­we­gungs­emp­feh­lungen für Frauen wäh­rend und nach der Schwan­ger­schaft. (2017); 79: S36–S39
[12] Pfeifer K, Banzer W, Fer­rari N et al. Na­tio­nale Emp­feh­lungen für Be­we­gung und Be­we­gungs­för­de­rung. Köln: Bun­des­zen­trale für ge­sund­heit­liche Auf­klä­rung (2017)