Was ist Fol­säure und warum ist sie es­sen­tiell für Frauen in der Schwan­ger­schaft?

Zu­erst einmal klären wir die Be­griff­lich­keiten: Folat ist das na­tür­lich vor­kom­mende Vit­amin. Die in­dus­triell her­ge­stellte Form wird Fol­säure ge­nannt.

Folat ist was­ser­lös­lich und ge­hört zu der Fa­milie der B‑Vitamine. Es ist wichtig für die Ent­wick­lung des em­bryo­nalen Ner­ven­sys­tems und re­gelt vor allem Zell­tei­lungs- und Wachs­tums­pro­zesse. So ist Folat ins­be­son­dere auch bei der Schlie­ßung des Neural­rohrs beim Un­ge­bo­renen es­sen­ziell. Diese Schlie­ßung voll­zieht sich nor­ma­ler­weise in den ersten vier Wo­chen der Schwan­ger­schaft. Ist der schwan­gere Körper in dieser Zeit je­doch nur man­gel­haft mit Folat ver­sorgt, steigt das Ri­siko, dass sich das Neural­rohr nicht oder nur un­zu­rei­chend schließt. Ein an­ge­bo­rener Herz­fehler, aber auch die Ent­ste­hung einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte sind mög­liche Folgen eines Fol­säu­re­man­gels in der Schwan­ger­schaft. Aus diesem Grund sollten Frauen in der Schwan­ger­schaft aus­rei­chend Fol­säure zu sich nehmen.

Fol­säure be­reits bei be­stehendem Kin­der­wunsch

Der Ar­beits­kreis Fol­säure und Ge­sund­heit sieht hier noch In­for­ma­ti­ons­be­darf, denn laut einer Studie aus dem Jahr 2020 warten Frauen im ge­bär­fä­higen Alter zu lange, bevor sie mit der Ein­nahme von Fol­säu­re­prä­pa­raten be­ginnen. Von den 966, für die SuSe II (die ak­tu­elle Studie zur Er­he­bung von Daten zum Stillen und zur Säug­lings­er­näh­rung in Deutsch­land) be­fragten Frauen, nahmen zwar 81,7 Pro­zent in der Schwan­ger­schaft ein Fol­säu­re­prä­parat ein. Nur we­niger als die Hälfte, näm­lich 45,4 Pro­zent, hatte je­doch be­reits mit Fol­säure vor der Schwan­ger­schaft be­gonnen.

Wie­viel Fol­säure wird bei einem Kin­der­wunsch und wäh­rend der Schwan­ger­schaft emp­fohlen?

Der Gy­nä­ko­loge Dr. Klaus Doubek ist sich si­cher: „Eine gute Fol­säu­re­ver­sor­gung könnte viele Neural­rohr­de­fekte ver­hin­dern. Doch 95 Pro­zent der Frauen im ge­bär­fä­higen Alter in Deutsch­land weisen einen zu nied­rigen Ver­sor­gungs­status auf, wenn man die von der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion, WHO, vor und in Schwan­ger­schaften emp­foh­lene, prä­ventiv wirk­same Fo­lat­kon­zen­tra­tion in den roten Blut­kör­per­chen von 400 Mi­kro­gramm pro Liter zu­grunde legt.“

Be­reits bei be­stehendem Kin­der­wunsch sollten Frauen also nicht nur auf fo­lat­reiche Le­bens­mittel setzen (welche das sind, haben wir weiter unten in einer Liste für Euch zu­sam­men­ge­stellt), son­dern zudem täg­lich 400 Mi­kro­gramm (µg) Fol­säure als Ta­bletten ein­nehmen. Am sinn­vollsten ist es hier, be­reits min­des­tens vier Wo­chen vor der Schwan­ger­schaft zu be­ginnen und diese Ein­nahme wäh­rend des ersten Tri­mes­ters bei­zu­be­halten. Die Dosis soll laut Ex­perten wie der Mün­chener Gy­nä­ko­login Dr. Anna-Ca­rina Ehms sogar auf täg­lich 800 Mi­kro­gramm er­höht werden, falls erst später als vier Wo­chen vor der Schwan­ger­schaft mit der Ein­nahme von Fol­säure be­gonnen wurde.

 

Die Deut­sche Ge­sell­schaft für Er­näh­rung (DGE) rät dazu, grund­sätz­lich wäh­rend der ge­samten Schwan­ger­schaft Fol­säure in der Do­sie­rung von 550 Mi­kro­gramm in Form von fo­lat­rei­chen Le­bens­mit­teln ein­zu­nehmen. Stil­lende Mütter sollten auf eine Zu­fuhr von täg­lich 450 Mi­kro­gramm Fol­säure achten.

Welche Le­bens­mittel ent­halten viel Fol­säure?

Als Frau mit Kin­der­wunsch und bzw. als Schwan­gere er­nährst Du Dich am besten so ab­wechs­lungs­reich wie mög­lich. Greife im Ide­al­fall zu Le­bens­mit­teln, die reich an diesem be­son­deren B‑Vitamin sind. Hierzu ge­hören:

 

  • Blatt­ge­müse wie Spinat oder Salat
  • Brok­koli, Ro­sen­kohl, Grün­kohl
  • To­maten
  • Hül­sen­früchte (Linsen, Ki­cher­erbsen, grüne Erbsen)
  • Sprossen und Wei­zen­keime
  • Orangen
  • Nüsse
  • Voll­korn­pro­dukte
  • Kar­tof­feln
  • Eier

 

Tief­kühl-Erbsen eignen sich ideal als Fol­säure-Lie­fe­rant. Zum Bei­spiel ent­halten be­reits 150 Gramm Tief­kühl-Erbsen (grün, ge­gart) 117 Mi­kro­gramm Fol­säure. Die gleiche Menge Blatt­spinat ent­hält (ge­gart) sogar 158 Mi­kro­gramm Fol­säure! Aber Ach­tung: Fol­säure ist hit­ze­emp­find­lich. Daher soll­test Du Ge­müse oder Salat nur kurz und un­zer­klei­nert wa­schen. An­schlie­ßend lieber dünsten statt in viel Wasser zu ko­chen.

Fol­säure, Vit­amin B12 und Ge­sta­ti­ons­dia­betes

Zum Schluss möchten wir dich noch auf eine jüngste Studie hin­weisen. Sie ver­deut­licht einmal mehr, wie wichtig es ist, Do­sie­rung und Dauer von Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­teln wie Fol­säure-Ta­bletten immer mit Deinem Arzt zu be­spre­chen. For­scher der Uni­ver­sität War­wick in Groß­bri­tan­nien haben nun die Ver­mu­tung be­stä­tigen können, dass neben dem Faktor Über­ge­wicht auch der Vit­amin B12-Spiegel sowie der Fol­säure-Spiegel einen Ge­sta­ti­ons­dia­betes (Schwan­ger­schafts­dia­betes) be­güns­tigen können. Denn: Wäh­rend der Fol­säure-Spiegel im ersten Tri­mester bei vielen Frauen er­höht ist, weist der Vit­amin B12-Level zu nied­rige Werte auf. Das Er­gebnis der Studie be­stä­tigt, dass dieser Zu­sam­men­hang wie­derum mit einem er­höhten Ri­siko für einen Ge­sta­ti­ons­dia­betes ein­her­geht. In­so­fern ist es immer ratsam, mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt Rück­sprache zu halten, bevor Du Fol­säure ei­gen­händig sup­ple­men­tierst.

Über Fer­tilly

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