An­drea Helten

Ge­schlechts­krank­heiten und Kin­der­wunsch: Sy­philis, Tripper und Chla­my­dien

Ihr habt Sex und dabei nicht ver­hütet – schon gar nicht mit Kondom oder Fe­m­idon. Warum denn auch, denn schließ­lich wünscht Ihr Euch ein Baby. Leider pas­siert es immer wieder: Ihr stellt ein paar Tage nach dem Ver­kehr ein Ju­cken oder Brennen im In­tim­be­reich fest, noch dazu viel­leicht kleine Pus­teln. Der Gang zum Arzt bringt dann die Ge­wiss­heit: Ihr habt Euch mit einer Ge­schlechts­krank­heit an­ge­steckt.

Eine se­xuell über­trag­bare In­fek­tion (STI) ge­schieht durch Bak­te­rien, Viren, Pilze oder Pa­ra­siten. Sie ist nicht nur lästig, son­dern kann weit­rei­chende Folgen für Eure Ge­sund­heit, aber auch für Eure Frucht­bar­keit haben. Wie der Name schon sagt, werden Ge­schlechts­krank­heiten beim Sex über­tragen. Mög­liche Über­tra­gungs­wege sind neben Va­ginal- und Anal­ver­kehr auch Oral­ver­kehr sowie das ge­mein­same Be­nutzen von Sex­spiel­zeug.

Wir stellen Euch kurz drei der häu­figsten se­xuell über­trag­baren In­fek­tionen vor, die durch Bak­te­rien her­vor­ge­rufen werden.

Sy­philis

Auch wenn die Sy­philis als „Lust­seuche“ eher dem Mit­tel­alter zu­ge­schrieben wird und seit Er­fin­dung des Pe­ni­ci­lins gut ein­ge­dämmt werden konnte: Die Sy­philis ist ak­tuell wieder auf dem Vor­marsch. Laut Ro­bert-Koch-In­stitut (RKI) wurden 2019 7.889 Syphilis-Fälle ge­meldet. Das sind rund 7,2 % mehr als im Jahr zuvor. Haupt­säch­lich be­troffen sind Männer, die mit Män­nern un­ge­schützten Sex haben.

Die Sy­philis ist eine bak­te­ri­elle Er­kran­kung, die ty­pi­scher­weise in drei Sta­dien ver­läuft. Sym­ptome des ersten Sy­philis-Sta­diums sind schmerz­lose, mit Flüs­sig­keit ge­füllte Knöt­chen, die an den pe­ne­trierten Stellen auf­treten können. Wei­terhin nimmt der Er­krankte All­ge­mein­sym­ptome wie Ab­ge­schla­gen­heit wahr. Im dritten Sta­dium, das Jahre nach der Erst­in­fek­tion be­ginnen kann, kommt es mög­li­cher­weise zu schwer­wie­genden Schä­di­gungen des Ge­hirns und in­folge dessen zu Schlag­an­fällen oder De­menz. Die In­fek­tion kann durch An­ti­bio­tika ge­heilt werden. Je früher die Sy­philis er­kannt und be­han­delt wird, desto besser.

Wichtig zu wissen: Eine Sy­philis kann, muss aber keine Be­schwerden mit sich bringen. Daher ist sie ge­rade für Paare mit Kin­der­wunsch so ge­fähr­lich.

Sy­philis und Kin­der­wunsch

Er­krankt eine Schwan­gere an Sy­philis, liegt das Über­tra­gungs­ri­siko für das Baby bei bis zu 100%. Die meisten Fälle lassen sich bei Müt­tern finden, deren Er­kran­kung be­schwer­de­frei ver­läuft und daher auch nicht oder nur un­zu­rei­chend be­han­delt werden. Bei feh­lender The­rapie schätzen Me­di­ziner das Ri­siko einer Fehl­ge­burt auf rund 30%. Um dies zu ver­meiden, wird bei allen Schwan­geren im Rahmen der Vor­sor­ge­un­ter­su­chungen ein Sy­philis-Scree­ning durch­ge­führt.

Geschlechtskrankheit Frau

Chla­my­dien

Auch bei Chla­my­dien han­delt es sich um se­xuell über­trag­bare Bak­te­rien. Chla­my­dien ge­hören mit rund 300.000 Neu­erkran­kungen jähr­lich zu den häu­figsten Ge­schlechts­krank­heiten und be­fallen meist junge Frauen bis 24 Jahre. In acht von zehn Fällen merken die Frauen nichts von der In­fek­tion. Sym­ptome von Chla­my­dien bei Frauen sind: Un­ter­leibs­schmerzen un­klaren Ur­sprungs, Aus­fluss und Blu­tungen, aber auch Ge­bär­mut­ter­ent­zün­dungen. Zu den Sym­ptomen beim Mann zählen Schmerzen beim Uri­nieren und/oder beim Ge­schlechts­ver­kehr sowie Aus­fluss. Chla­my­dien lassen sich all­ge­mein gut mit An­ti­bio­tika be­han­deln und auch hier ist eine früh­zei­tige Dia­gnose an­ge­raten. Oft­mals heilt eine In­fek­tion auch fol­genlos wieder ab.

Chla­my­dien und Kin­der­wunsch

Wenn Ihr dem­nächst El­tern werden wollt, solltet Ihr acht­geben: Chla­my­dien-In­fek­tionen gelten als häu­figste Ur­sache für eine er­wor­bene Un­frucht­bar­keit. Der Grund: Die In­fek­tion führt oft­mals zu einer Ver­kle­bung der Ei­leiter. Bei Män­nern kann eine nicht be­han­delte Chla­my­dien-In­fek­tion zu Harn­wegs­ent­zün­dungen führen. Mög­liche Folgen sind auch hin­sicht­lich der Sper­mi­en­qua­lität zu er­warten. Daher ist eine Chla­my­di­en­in­fek­tioin häufig der Grund für Paare, eine Künst­liche Be­fruch­tung wie IVF oder ICSI in Be­tracht zu ziehen.

Wie bei Sy­philis er­höht sich auch durch die Chla­my­dien-In­fek­tion wäh­rend der Schwan­ger­schaft das Ri­siko für eine Fehl­ge­burt. Oft­mals wird auch hier der Er­reger auf das Kind über­tragen, so dass in­fi­zierte Kinder an Lun­gen­ent­zün­dung oder Bin­de­haut­ent­zün­dung leiden.

Ein Chla­my­dien-Test ist daher Be­stand­teil der ge­setz­lich vor­ge­schrie­benen Un­ter­su­chungen bei der Schwan­ge­ren­vor­sorge.

Go­norrhö (Tripper)

Go­norrhö, um­gangs­sprach­lich Tripper ge­nannt, ist eine wei­tere bak­te­ri­elle In­fek­ti­ons­krank­heit. Und sie hat es in sich: Welt­weit er­kranken laut der WHO rund 87 Mil­lionen Men­schen pro Jahr an Go­norrhö, was sie zur dritt­häu­figsten se­xuell über­trag­baren In­fek­tion macht. Auch in Deutsch­land ist Go­norrhö laut Zahlen aus Sachsen (dem ein­zigen Bun­des­land, in dem es eine Mel­de­pflicht für diese Er­kran­kung gibt) auf dem Vor­marsch. Ähn­lich wie bei Sy­philis sind auch vom Tripper haupt­säch­lich Männer be­troffen, die se­xu­elle Kon­takte mit Män­nern haben.

Das Pro­blem der Go­norrhö liegt wo­mög­lich in der Viel­zahl seiner Über­tra­gungs­mög­lich­keiten: Denn laut jüngsten Er­kennt­nissen über­trägt sich Tripper nicht nur über se­xu­ellen Ver­kehr, wie Vaginal‑, Oral- oder Anal­ver­kehr. Schon Zun­gen­küsse rei­chen aus, das Bak­te­rium Neis­seria go­nor­rhoeae (Go­no­kokken) wei­ter­zu­geben. Dazu kommt, dass die Be­schwerden bei einer Go­no­kokken-In­fek­tion nicht zwangs­läufig stark sein müssen.

So mag man eine In­fek­tion viel­leicht gar nicht be­merken, denn vor allem die Sym­ptome bei der Frau sind zu Be­ginn nicht be­sorg­nis­er­re­gend. Etwas Juck­reiz, ver­stärkter gelber Aus­fluss, Hals­schmerzen (nach Oral­ver­kehr) – zu mehr Be­schwerden muss es gar nicht kommen. Beim Mann da­gegen sind die Sym­ptome stärker, äu­ßern sich zum Bei­spiel in Schmerzen beim Was­ser­lassen. Doch sie­deln sich die Go­no­kokken einmal in der Ge­bär­mutter, im Ei­leiter und letzt­lich auch in der Bauch­höhle an, sind schmerz­hafte Ver­wach­sungen und Un­frucht­bar­keit die Folge. Das Heim­tü­cki­sche: Die Go­norrhö aus­lö­senden Go­no­kokken haben im Laufe ihrer Evo­lu­tion Re­sis­tenzen gegen viele An­ti­bio­tika ent­wi­ckelt.

Go­norrhö und Kin­der­wunsch

Go­norrhö kann un­fruchtbar ma­chen. Nicht nur bei der Frau, son­dern auch beim Mann. Und zwar dann, wenn sich die Ent­zün­dung auf die Pro­stata, die Ne­ben­hoden und die Sa­men­leiter aus­weitet und letz­tere ver­kleben. Mit einem ein­fa­chen Test kann bei schwan­geren Frauen die Go­norrhö er­kannt werden, damit das Ri­siko einer Früh­ge­burt mi­ni­miert wird. An­sonsten drohen dem Neu­ge­bo­renen häufig schwere Au­gen­ent­zün­dungen.

Egal, welche Früh­sym­ptome Ihr an Euch wahr­nehmt: Im Sinne Eures Kin­der­wun­sches solltet Ihr sie ernst nehmen und immer ärzt­lich ab­klären lassen. Bak­te­ri­elle In­fek­tionen sind mit An­ti­bio­tika im All­ge­meinen gut ein­zu­dämmen. Meis­tens muss der Partner mit­be­han­delt werden, damit ein Ping-Pong-Ef­fekt ver­mieden wird. Scham oder Pein­lich­keit (etwa aus Angst davor, dass ein Fremd­gehen ans Licht kommt) sind bei diesen ernsten Er­kran­kungen wirk­lich fehl am Platz. Wenn Ihr früh genug han­delt, sind fol­gen­schwere Ge­sund­heits­pro­bleme für Euch und Euer Baby nicht zu be­fürchten.

Wie wir helfen

Über Fer­tilly

Wir bei Fer­tilly haben es uns zur Auf­gabe ge­macht, Paare (homo- und he­te­ro­se­xuell) und Sin­gles auf dem Weg zur Er­fül­lung ihres Kin­der­wun­sches zu be­gleiten. Dabei ist es uns wichtig Trans­pa­renz im Be­reich der An­ge­bote zum Thema Kin­der­wunsch zu schaffen, In­for­ma­tionen und Wissen zu den Themen Schwan­ger­schaft und Frucht­bar­keit zu ver­mit­teln und Dir und Euch dabei zu helfen, die am besten pas­sende Kin­der­wun­sch­klinik zu finden. Durch Ko­ope­ra­tionen mit erst­klas­sigen Kin­der­wun­sch­zen­tren in Deutsch­land und im Aus­land werden An­fragen über Fer­tilly be­vor­zugt be­han­delt. Somit um­gehen un­sere Pa­ti­en­tinnen und Pa­ti­enten die sonst meist langen War­te­zeiten und kommen schneller an ihr Ziel.

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