An­drea Helten

Ge­schlechts­krank­heiten und Kin­der­wunsch: HIV und HPV

HIV

HIV ist die Ab­kür­zung für Hu­manes Im­mun­de­fi­zienz-Virus. Wohl bei keiner an­deren Krank­heit wurden in den ver­gan­genen Jahr­zehnten so im­mense Fort­schritte in For­schung und The­rapie ver­zeichnet wie hier. Heut­zu­tage un­ter­stützt die HIV-The­rapie Be­trof­fene darin, ein gutes und langes Leben zu führen. Trotz aller Fort­schritte treffen sie den­noch in der Ge­sell­schaft häufig auf Ab­leh­nung und Stig­ma­ti­sie­rung. Die man­gelnde Un­ter­schei­dung von HIV und AIDS und das nur ru­di­men­täre Wissen um An­ste­ckungs­mög­lich­keiten ver­stärkt die Vor­ur­teile noch, mit denen HIV-In­fi­zierte zu kämpfen haben.

Dabei ist HIV nur schwer über­tragbar. Die Viren ge­langen le­dig­lich beim Se­xu­al­ver­kehr, beim Dro­gen­konsum über ge­meinsam be­nutzte Spritzen oder bei der Ge­burt in an­dere Körper. So­bald der er­krankte Partner oder die HIV-in­fi­zierte, ge­bä­rende Mutter Me­di­ka­mente gegen HIV nimmt, werden keine Viren über­tragen. Dann ist HIV beim Sex nicht an­ste­ckend.

Was macht HIV?

HIV schä­digt die kör­per­ei­genen Ab­wehr­kräfte. Das Virus setzt die so­ge­nannten T‑Helferzellen, die für das Im­mun­system so wichtig sind, außer Ge­fecht. Da­durch werden auch ein­drin­genden Krank­heits­er­re­gern wie Bak­te­rien Tür und Tor ge­öffnet. HIV äu­ßert sich am An­fang einer In­fek­tion un­spe­zi­fisch, das heißt mit ty­pi­schen Er­käl­tungs- oder Grippe-Sym­ptomen, Durch­fall oder Haut­aus­schlag. Es gibt auch sym­ptom­freie Ver­läufe, bei denen der HIV po­si­tive Mensch keine An­zei­chen einer In­fek­tion ver­spürt. Si­cher­heit, ob eine Er­kran­kung vor­liegt, gibt nur ein HIV-Test. Ist der Test po­sitiv, gilt: Je früher mit der Be­hand­lung be­gonnen wird, desto besser. Eine HIV-Be­hand­lung un­ter­drückt die Vi­ren­bil­dung und kann selbst dann den Krank­heits­ver­lauf stoppen, wenn das Im­mun­system be­reits Schaden ge­nommen hat. Un­be­han­delt führt HIV nach Jahren zu Aids, das oft­mals mit schweren Lun­gen­ent­zün­dungen ein­her­geht und im Ver­lauf töd­lich ist. In Deutsch­land er­kranken jähr­lich mehr als 1000 Men­schen an Aids. Wird HIV nicht be­han­delt, er­höht dies das Ri­siko für an­dere, bak­te­ri­elle Ge­schlechts­krank­heiten wie Sy­philis, Chla­my­dien oder Go­norrhö.

HIV und Kin­der­wunsch

Frau Geschlechtskrankheit

Men­schen mit HIV können auf na­tür­li­chem Wege El­tern werden. Es gibt keine Hin­weise dafür, dass unter me­di­ka­men­töser HIV-The­rapie Fehl­bil­dungen wahr­schein­li­cher sind.

Wenn die HIV-po­si­tive Mutter in an­ti­re­tro­vi­raler The­rapie ist, kann so die Über­tra­gung von HIV auf das Baby all­ge­mein ver­hin­dert werden. Wichtig ist, dass neben der re­gel­mä­ßigen Me­di­ka­men­ten­ein­nahme auch die eng­ma­schigen Un­ter­su­chungs­ter­mine beim HIV-Spe­zia­listen und Gy­nä­ko­logen wahr­ge­nommen werden. Gegen Ende der Schwan­ger­schaft ent­scheidet die Vi­rus­last im Blut der po­si­tiven Mutter dar­über, ob ein Kai­ser­schnitt nötig ist oder das Baby auf na­tür­li­chem Wege zur Welt kommen kann. Ist die Vi­rus­last niedrig, kann die Mutter nach der Ge­burt sogar ihr Baby stillen.

HIV und Künst­liche Be­fruch­tung

Auch eine Kin­der­wunsch­be­hand­lung ist für HIV-Po­si­tive mög­lich. 2010 wurde in Deutsch­land be­schlossen, dass die Ge­setz­li­chen Kran­ken­kassen Leis­tungen zu Maß­nahmen der as­sis­tierten Re­pro­duk­tion über­nehmen, wenn ein oder beide Partner HIV-po­sitiv sind.

Bevor eine Künst­liche Be­fruch­tung wie IVF statt­findet, muss zeitnah ein HIV-Test ge­macht werden. Sollte einer der Partner HIV-po­sitiv sein, ist das nicht das Ende des Kin­der­wun­sches. Wichtig auch hier für eine Be­hand­lung: Die an­ti­re­tro­vi­rale The­rapie des Er­krankten (min­des­tens sechs Mo­nate), eine Vi­rus­last unter der Nach­weis­grenze und keine wei­tere be­stehende In­fek­tion durch z.B. Sy­philis.

Ist der Mann er­krankt, kann durch ein so­ge­nanntes „Sperm Wa­shing“ das Virus aus dem Sperma eli­mi­niert werden. Das so auf­be­rei­tete Sperma wird auf seine Vi­rus­last hin un­ter­sucht, bevor es an­schlie­ßend für eine Künst­liche Be­fruch­tung ge­nutzt wird.

Ist die Frau HIV-po­sitiv, kann unter be­stimmten Vor­aus­set­zungen (bei voll funk­ti­ons­fä­higem Im­mun­system) die ICSI-Be­hand­lung das Mittel der Wahl sein.

Die ICSI-Be­hand­lung ist eine spe­zi­elle Form der Künst­li­chen Be­fruch­tung. Hier wird ein ein­zelnes Sperma unter dem Mi­kro­skop di­rekt in die weib­liche Ei­zelle in­ji­ziert. Die Be­fruch­tung er­folgt also unter dem Mi­kro­skop. Im Ge­gen­satz zur IVF-Me­thode, bei der Ei­zellen und Sper­mien au­tonom zu­ein­ander finden, er­höht diese spe­zi­elle Technik die Wahr­schein­lich­keit für ein ei­genes Kind.

HPV

Na­hezu alle Men­schen in­fi­zieren sich mit ihnen: Hu­mane Pa­pil­lom­viren, ab­ge­kürzt HPV. Die An­ste­ckung ver­läuft über den Kon­takt mit in­fi­zierten Haut- und Schleim­haut­be­rei­chen. So werden die Viren nicht nur durch se­xu­ellen Ver­kehr wei­ter­ge­geben, son­dern be­reits durch Küssen und Strei­cheln. Eine In­fek­tion bleibt oft un­be­merkt und das Im­mun­system be­kämpft in­ner­halb eines Jahres meist er­folg­reich die Viren. Al­ler­dings können be­stimmte Viren-Typen auch Ge­ni­tal­warzen her­vor­bringen. An­dere Typen des HPV sind noch ge­fähr­li­cher: Sie sind maß­geb­lich an der Ent­ste­hung von ver­schie­denen Krebs­arten wie Ge­bär­mut­ter­hals­krebs oder Mund-Ra­chen-Krebs be­tei­ligt.

Jähr­lich er­kranken rund 8000 Men­schen in Deutsch­land an diesen, HPV-be­dingten Krebs­arten. Im Ge­gen­satz zu HIV, Sy­philis oder Chla­my­dien kann man sich gegen HPV impfen lassen. Diese Imp­fung wird allen Kin­dern und Ju­gend­li­chen zwi­schen 9 und 17 Jahren emp­fohlen.

HPV und Kin­der­wunsch

Grund­sätz­lich steht einer Schwan­ger­schaft bei einer HPV-In­fek­tion nichts im Wege. Je­doch ist das Ri­siko einer Früh­ge­burt durch be­stimmte Viren-Typen er­höht. Das gilt umso mehr, je länger die In­fek­tion wäh­rend der Schwan­ger­schaft be­steht. Daher ist eine früh­zei­tige Imp­fung gegen HPV be­son­ders an­ge­raten.

Das gilt auch ge­rade für Jungen: In einer Studie aus dem Jahr 2019 konnte nach­ge­wiesen werden, dass eine HPV-In­fek­tion ne­ga­tive Aus­wir­kungen auf die männ­liche Frucht­bar­keit hat. So stellten die For­scher fest, dass die Schwan­ger­schafts­raten massiv re­du­ziert waren, wenn im Samen das HP-Virus nach­ge­wiesen werden konnte.

Wie wir helfen

Über Fer­tilly

Wir bei Fer­tilly haben es uns zur Auf­gabe ge­macht, Paare (homo- und he­te­ro­se­xuell) und Sin­gles auf dem Weg zur Er­fül­lung ihres Kin­der­wun­sches zu be­gleiten. Dabei ist es uns wichtig Trans­pa­renz im Be­reich der An­ge­bote zum Thema Kin­der­wunsch zu schaffen, In­for­ma­tionen und Wissen zu den Themen Schwan­ger­schaft und Frucht­bar­keit zu ver­mit­teln und Dir und Euch dabei zu helfen, die am besten pas­sende Kin­der­wun­sch­klinik zu finden. Durch Ko­ope­ra­tionen mit erst­klas­sigen Kin­der­wun­sch­zen­tren in Deutsch­land und im Aus­land werden An­fragen über Fer­tilly be­vor­zugt be­han­delt. Somit um­gehen un­sere Pa­ti­en­tinnen und Pa­ti­enten die sonst meist langen War­te­zeiten und kommen schneller an ihr Ziel.

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