Jenia Chor­na­ya

Männ­li­che Unfrucht­bar­keit

Im fol­gen­den Arti­kel befas­sen wir uns mit den Ursa­chen der männ­li­chen Unfrucht­bar­keit und beschrei­ben, wie Du trotz einer mög­li­chen Dia­gno­se Dei­nen Kin­der­wunsch in Erfül­lung brin­gen kannst.

Unfrucht­bar­keit: All­ge­mei­ne Infor­ma­tio­nen

Wird ein Paar inner­halb eines Jah­res trotz regel­mä­ßi­gen unge­schütz­ten Geschlechts­ver­kehr nicht schwan­ger, gilt es laut der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) als unfrucht­bar [1]. Die­ses Pro­blem ist weit ver­brei­tet. In der Euro­päi­schen Uni­on sind laut der Euro­pean Socie­ty of Human Repro­duc­tion and Embryo­lo­gy (ESHRE) 25 Mil­lio­nen Bür­ger und Bür­ge­rin­nen unge­wollt kin­der­los [2].

Dafür gibt es ver­schie­de­ne Grün­de, wel­che sich ein­zeln oder in kom­ple­xen Zusam­men­hän­gen auf die Unfrucht­bar­keit des Paa­res aus­wir­ken kön­nen. Eine häu­fig ver­brei­te­te Annah­me möch­ten wir an die­ser Stel­le aus der Welt schaf­fen: Obwohl Unfrucht­bar­keit nach wie vor oft als ein „Frau­en­the­ma“ gese­hen wird, liegt die Ursa­che für unge­woll­te Kin­der­lo­sig­keit mit der­sel­ben Wahr­schein­lich­keit bei der Frau wie beim Mann [3].
Im fol­gen­den Arti­kel befas­sen wir uns mit den Ursa­chen der männ­li­chen Unfrucht­bar­keit und erzäh­len, wie Du trotz einer mög­li­chen Dia­gno­se Dei­nen Kin­der­wunsch in Erfül­lung brin­gen kannst.

Statistik Männeruntersuchung wegen Kinderwunsch

Mög­li­che Ursa­che für männ­li­che Unfrucht­bar­keit: Sper­mi­en­qua­li­tät

Nach heu­ti­gem Kennt­nis­stand konn­te eine gan­ze Rei­he mög­li­cher Ursa­chen für die Infer­ti­li­tät bei Män­nern nach­ge­wie­sen wer­den: Das Spek­trum ist breit und reicht von gene­ti­schen Defek­ten bis hin zu äuße­ren Ein­flüs­sen. Wäh­rend sich die Letz­te­ren glei­cher­ma­ßen auf bei­de Geschlech­ter aus­wir­ken, gibt es gene­ti­sche und gesund­heit­li­che Pro­ble­me, die nur Män­nern betref­fen.

Eine der häu­figs­ten Ursa­chen der männ­li­chen Unfrucht­bar­keit ist das soge­nann­te Oli­go-Asthe­no-Tera­to­zoo­sper­mie-Syn­drom (OAT-Syn­drom) — einer krank­haf­ten Ver­än­de­rung der Sper­mi­en­qua­li­tät. Die­se wird durch die Kom­bi­na­ti­on der drei fol­gen­den Fak­to­ren her­vor­ge­ru­fen:

  • Oli­go­zoo­sper­mie steht für eine gerin­ge Anzahl an Sper­mi­en im Eja­ku­lat. Der gesun­de Wert liegt bei ca. 20 Mil­lio­nen pro Mil­li­li­ter der Samen­flüs­sig­keit.
  • Asthe­no­zoo­sper­mie kommt bei einer gerin­ge­ren Beweg­lich­keit der Sper­mi­en im Eja­ku­lat vor.
  • Tera­to­zoo­sper­mie deu­tet auf fehl­ge­bil­de­te Sper­mi­en hin. Nach den WHO Kri­te­ri­en tritt sie auf, wenn weni­ger als 30 % der Samen­zel­len eine aus­ge­reif­te Form auf­wei­sen.

Um eine weib­li­che Eizel­le befruch­ten zu kön­nen, müs­sen die Sper­mi­en nicht nur beweg­lich und aus­ge­reift sein, son­dern auch häu­fig genug im Eja­ku­lat vor­kom­men. Wird jedoch das OAT-Syn­drom dia­gnos­ti­ziert, liegt ein Feh­ler bei der Pro­duk­ti­on gesun­der Sper­mi­en oder eine Stö­rung in deren Trans­port vor.

Wei­te­re Ursa­che für männ­li­che Unfrucht­bar­keit: Sper­mi­en­trans­port

Man spricht von einem gestör­ten Sper­mi­en­trans­port, wenn die Hoden zwar aus­rei­chend funk­ti­ons­fä­hi­ge Sper­mi­en pro­du­zie­ren, die­se jedoch auf­grund eines beschä­dig­ten oder ver­kleb­ten Samen­lei­ters nicht nach drau­ßen gelan­gen kön­nen. Das resul­tiert in einem Eja­ku­lat mit einer sehr gerin­gen Sper­mi­en­an­zahl. Eine ver­min­der­te Samen­qua­li­tät oder ein beschä­dig­ter Trans­port­weg wie­der­um kön­nen durch eine Rei­he von Aus­lö­sern bedingt sein.

Hoden­hoch­stand
Eine Fehl­bil­dung, die bereits wäh­rend der Kind­heit auf­tre­ten kann. Sind bei einem Kind die Hoden in dem Bauch- oder Leis­ten­be­reich geblie­ben und nicht in den Hoden­sack hin­ab gewan­dert, so spricht man von einem Hoden­hoch­stand. Dank der hohen Kör­per­tem­pe­ra­tur wer­den die Sper­mi­en in den Hoden über­hitzt und ver­lie­ren an Qua­li­tät.

Hor­mon­stö­run­gen
Wäh­rend die­se Ursa­che bei Män­nern sel­te­ner als bei Frau­en vor­kommt, kann sie den­noch zu Unfrucht­bar­keit füh­ren. In die­sem Fall liegt das Pro­blem an dem Man­gel der Hor­mo­ne FSH und LH, die sowohl für die Tes­to­ste­ron­pro­duk­ti­on als auch für die Neu­bil­dung der Sper­mi­en in den Hoden zustän­dig sind.

Alter
Es wird zwar sel­ten gespro­chen, doch auch bei Män­nern tickt die bio­lo­gi­sche Uhr. Laut dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Fami­lie, ist die Mehr­heit der Män­ner sich sicher, bis zu ihrem 65. Lebens­jahr frucht­bar zu blei­ben. Im Alter zwi­schen 40 und 50 Jah­ren ver­mu­ten nur 8 % der Män­ner, dass ihre eige­ne Frucht­bar­keit durch ihr Alter ein­ge­schränkt wer­den könn­te [4].

Bei­spie­le der Män­ner, die im hohen Alter zu Vätern wur­den bestär­ken ihren Glau­ben, so dass sie im Hin­blick auf die eige­ne Frucht­bar­keit oft gelas­sen sind. Die gute Nach­richt ist, dass Män­ner ihr gan­zen Leben lang Sper­mi­en pro­du­zie­ren. Jedoch sinkt die Samen­qua­li­tät mit stei­gen­den Alter, was unter ande­ren Fak­to­ren auch Aus­lö­ser einer Unfrucht­bar­keit sein kann. Es wur­de her­aus­ge­fun­den, dass sich die Anzahl der beweg­li­chen Sper­mi­en um ca. 1 % pro Lebens­jahr ver­rin­gert. Dar­über hin­aus ist das Alter des Vaters auch posi­tiv mit einer Rei­he an gene­ti­schen Muta­tio­nen und Erkran­kun­gen des Kin­des ver­bun­den. So kann eine spä­te Vater­schaft zu Chro­mo­so­men­stö­run­gen und Krank­hei­ten wie Autis­mus oder Schi­zo­phre­nie füh­ren.

Umwelt und Lebens­stil
Wie schon erwähnt, kön­nen die­se Fak­to­ren sowohl zur weib­li­chen als auch zur männ­li­chen Unfrucht­bar­keit bei­tra­gen. Dazu gehö­ren:

  • Medi­ka­men­te (z. B. bei einer Che­mo­the­ra­pie)
  • Ana­bo­li­ka
  • Psy­chi­scher und kör­per­li­cher Stress
  • Alko­hol- und Niko­tin­miss­brauch
  • Umwelt­gif­te
  • Fal­sche Ernäh­rung und die dar­aus resul­tie­ren­de Krank­hei­ten (Dia­be­tes, Über­ge­wicht)
Statistik Untersuchung Frauen bei Kinderwunsch

Männ­li­che Unfrucht­bar­keit: Mög­li­che Unter­su­chun­gen

Heut­zu­ta­ge lässt es sich ziem­lich ein­fach ermit­teln, ob die unge­woll­te Kin­der­lo­sig­keit durch eine ver­min­der­te Samen­qua­li­tät oder einen gestör­ten Sper­mi­en­trans­port bedingt ist. Und doch wird eine uro­lo­gi­sche Unter­su­chung für vie­le Män­ner zum Pro­blem.

Seit Genera­tio­nen gilt männ­li­che Frucht­bar­keit als etwas Gege­be­nes und ist sehr mit der Vor­stel­lung der eigent­li­chen Männ­lich­keit ver­bun­den. Wäh­rend Frau­en oft reflex­haft die Ursa­che einer Kin­der­lo­sig­keit bei sich selbst suchen, sind Män­ner signi­fi­kant weni­ger gewillt, einen Arzt auf­zu­su­chen und sich auf eine Unter­su­chung ein­zu­las­sen [4].

Ent­schei­det sich der Mann jedoch für eine medi­zi­ni­sche Unter­su­chung, soll­te er sich an einen Uro­lo­gen wen­den. Nach einer aus­führ­li­chen Ana­mne­se wer­den eine Rei­he an Tests durch­ge­führt, um das Vor­han­den­sein und die Qua­li­tät der Samen­zel­len zu über­prü­fen.

  • Sper­mio­gramm: Eine detail­lier­te Unter­su­chung, bei der das Eja­ku­lat im Labor unter­sucht wird. So ent­steht ein genau­es Bild zu der Anzahl, der Beweg­lich­keit und der Form der Sper­mi­en.
  • Hor­mon­sta­tus mit­tels Blut­ab­nah­me.
  • Unter­su­chung der Geschlechts­or­ga­ne, der Pro­sta­ta und der Harn­we­ge mit­tels Abtas­ten und Ultra­schall.
  • Ope­ra­ti­ve Hoden­bi­op­sie: Soll­te kein genau­er Grund fest­ge­stellt wer­den oder kei­ne Sper­mi­en bei wie­der­hol­ten Eja­ku­lat­un­ter­su­chun­gen zu fin­den sein, wird der Pati­en­tin oder dem Pati­en­ten das Hoden­ge­we­be ent­nom­men und auf Sper­mi­en unter­sucht.

Behand­lungs­mög­lich­kei­ten bei männ­li­cher Unfrucht­bar­keit

Je nach Infer­ti­li­täts­grund, steht den Betrof­fe­nen eine brei­te Aus­wahl an Behand­lungs­mög­lich­kei­ten. Dazu gehö­ren:

  • Hor­mon­the­ra­pie bei Hor­mon­de­fi­zit
  • Ope­ra­ti­on des beschä­dig­ten Samen­lei­ters
  • Psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Unter­stüt­zung bei psy­cho­lo­gi­schen Fak­to­ren wie kör­per­li­chem und see­li­schem Stress

Außer­dem wer­den meh­re­re Mög­lich­kei­ten der künst­li­chen Befruch­tung ange­bo­ten.

Homo­lo­ge Inse­mi­na­ti­on

Eine Art der Befruch­tung, bei der die im Labor auf­be­rei­te­ten Samen­zel­len des Man­nes in den Gebär­mut­ter­hals, die Gebär­mut­ter selbst oder die Eilei­ter der Frau ein­ge­setzt wer­den. Da die Befruch­tung ohne Geschlechts­ver­kehr pas­siert, gilt sie als künst­lich. Doch bei­de Part­ner sind bio­lo­gi­sche Eltern des Kin­des.

Die­se Art der künst­li­chen Befruch­tung ist sinn­voll, wenn die Samen des Man­nes in einer zu gerin­gen Anzahl und/oder zu unbe­weg­lich sind.

Hete­ro­lo­ge Inse­mi­na­ti­on

Reicht die Zeu­gungs­kraft des Part­ners für eine künst­li­che Befruch­tung nicht aus, kann es mit­hil­fe der Hete­ro­lo­gen Inse­mi­na­ti­on trotz­dem zur Schwan­ger­schaft kom­men. Bei die­ser Metho­de wer­den frem­de Samen­zel­len eines Samen­spen­ders in den Kör­per der Frau künst­lich ein­ge­setzt.

In-Vitro-Fer­ti­li­sa­ti­on (IVF)

Bei die­ser gän­gi­gen Metho­de der künst­li­chen Befruch­tung han­delt es sich um eine Befruch­tung im Reagenz­glas, bei der die zuvor ent­nom­me­nen Samen­zel­len des Man­nes und die Eizel­len der Frau zusam­men­ge­bracht wer­den. Anders als bei den oben genann­ten Metho­den fin­det hier die Befruch­tung durch die Samen­zel­len selbst statt. Anschlie­ßend wird die befruch­te­te Eizel­le in die Gebär­mut­ter der Frau ein­ge­pflanzt. Es ist nicht ein­fach mit der unge­woll­ten Kin­der­lo­sig­keit zu kämp­fen.

Die Kos­ten für eine künst­li­che Befruch­tung sind hoch. Es ist ein auf­wen­di­ger Pro­zess, der sowohl finan­zi­ell, zeit­lich als auch see­lisch belas­tend sein kann. Jede die­ser Metho­den hat sowohl ihre Vor- als auch Nach­tei­le, die man zusam­men mit dem behan­deln­den Arzt bespre­chen und abwä­gen soll­te. Eins steht jedoch fest: Es gibt aus­rei­chend Mög­lich­kei­ten, um für den eige­nen Kin­der­wunsch zu kämp­fen und ihn in Erfül­lung zu brin­gen. Davor soll­te man sich nicht ver­schlie­ßen, son­dern sich von Spe­zia­lis­ten, etwa in einer Kin­der­wun­sch­kli­nik, hel­fen las­sen. Unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen über­nimmt die Kran­ken­kas­se einen Teil der Kos­ten. Außer­dem bie­ten eini­ge Bun­des­län­ger eine finan­zi­el­le Unter­stüt­zung bei Kin­der­wunsch an.

Über Fer­til­ly

Wir bei Fer­til­ly haben es uns zur Auf­ga­be gemacht, Paa­re (homo- und hete­ro­se­xu­ell) und Sin­gles auf dem Weg zur Erfül­lung ihres Kin­der­wun­sches zu beglei­ten. Dabei ist es uns wich­tig Trans­pa­renz im Bereich der Ange­bo­te zum The­ma Kin­der­wunsch zu schaf­fen, Infor­ma­tio­nen und Wis­sen zu den The­men Schwan­ger­schaft und Frucht­bar­keit zu ver­mit­teln und Dir und Euch dabei zu hel­fen, die am bes­ten pas­sen­de Kin­der­wun­sch­kli­nik zu fin­den. Durch Koope­ra­tio­nen mit erst­klas­si­gen Kin­der­wun­sch­zen­tren in Deutsch­land und im Aus­land wer­den Anfra­gen über Fer­til­ly bevor­zugt behan­delt. Somit umge­hen unse­re Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten die sonst meist lan­gen War­te­zei­ten und kom­men schnel­ler an ihr Ziel.

Du möch­test Dich wei­ter über Kin­der­wun­sch­zen­tren, Erfolgs­ra­ten und Prei­se infor­mie­ren, mel­de Dich ger­ne über die­sen Fra­ge­bo­gen bei uns. Wir bera­ten Dich kos­ten­los und unver­bind­lich.

 

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Quel­len:

1. World Health Orga­niz­a­ti­on (2016) — https://www.who.int/reproductivehealth/topics/infertility/multiple-definitions/en/
2. Euro­pean Poli­cy Audit on Fer­ti­li­ty. ESHRE (2018). https://www.eshre.eu/-/media/sitecore-files/Publications/Strasbourg-2018/01_RAUTAKALLIO_new.pdf?la=en&hash=1770B7CF593AE4B0EE69076C244407F6C0062596
3. Kumar, N & Kant Singh, A (2015): Trends of male fac­tor infer­ti­li­ty, an important cau­se of infer­ti­li­ty: A review of lite­ra­tu­re. In: Jour­nal of Human Repro­duc­ti­ve Sci­en­ces. 2015 Oct-Dec; 8(4): 191–196. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4691969/
4. Bun­des­mi­nis­te­ri­um fuer Fami­lie (2013): Del­ta-Insti­tut-Kin­der­lo­sen­stu­die. https://www.bmfsfj.de/blob/94130/bc0479bf5f54e5d798720b32f9987bf2/kinderlose-frauen-und-maenner-ungewollte-oder-gewollte-kinderlosigkeit-im-lebenslauf-und-nutzung-von-unterstuetzungsangeboten-studie-data.pdf