Patrick Hein­lein

Natu­ral IVF: Wel­chen Erfolg ver­spricht die künst­li­che Befruch­tung im natür­li­chen Zyklus?

Was ist eine natür­li­che In-Vitro-Fer­ti­li­sa­ti­on?

Auf den ers­ten Blick scheint der Begriff ver­wir­rend, denn eine IVF ist kurz gesagt der künst­li­che Weg zur Erfül­lung des Kin­der­wun­sches. Den­noch erfolgt die Natu­ral IVF, auch Natu­ral Cycle IVF oder NC-IVF genannt, beson­ders scho­nend und ist auf den natür­li­chen Zyklus der Frau abge­stimmt. Wäh­rend der Zyklus bei einer klas­si­schen IVF künst­lich sti­mu­liert wird, fin­det die IVF im natür­li­chen Zyklus häu­fig kom­plett ohne Hor­mon­sti­mu­la­ti­on statt.

Aus der Natu­ral Cycle IVF erge­ben sich vier wesent­li­che Vor­tei­le:

Gerin­ge­re Belas­tung für den Kör­per

Die star­ken Hor­mon­ga­ben bei einer klas­si­schen IVF kön­nen erheb­li­che Neben­wir­kun­gen wie Hit­ze­wal­lun­gen, Schwin­del, Übel­keit bis hin zur gefähr­li­chen Über­sti­mu­la­ti­on haben. Die­se Neben­wir­kun­gen blei­ben bei einer IVF im natür­li­chen Zyklus aus.

Nied­ri­ge­re Behand­lungs­kos­ten

Die Medi­ka­men­te machen einen wesent­li­chen Teil der Behand­lungs­kos­ten bei einer IVF aus und lie­gen meis­tens im vier­stel­li­gen Bereich. Bei einer Natu­ral IVF ent­fal­len die­se Kos­ten und du zahlst ledig­lich die medi­zi­ni­schen Leis­tun­gen des Kin­der­wun­sch­zen­trums.

 

Natür­li­che­re Behand­lung

Ein Argu­ment für die In-Vitro Behand­lung im natür­li­chen Zyklus ist die natür­li­che­re Vor­ge­hens­wei­se. Paa­re, deren Kin­der­wunsch sich nicht auf klas­si­sche Wei­se erfüllt, wün­schen sich den­noch manch­mal so wenig Ein­grif­fe in die Natur wie mög­lich. Im natür­li­chen Zyklus regu­liert der Kör­per die Eizell­rei­fung selbst und auch die Befruch­tung erfolgt in der Scha­le ohne Zutun des Repro­duk­ti­ons­me­di­zi­ners. Zudem wer­den nicht mehr Eizel­len gewon­nen, als benö­tigt wer­den.

 

Kei­ne Mehr­lings­schwan­ger­schaf­ten

Bei einer klas­si­schen IVF wer­den in der Regel meh­re­re Eizel­len gewon­nen. Um die Erfolgs­aus­sich­ten für eine Schwan­ger­schaft zu erhö­hen, wer­den oft­mals zwei bis drei Eizel­len trans­fe­riert. Dadurch steigt aber auch das Risi­ko für kom­pli­zier­te Mehr­lings­schwan­ger­schaf­ten, wel­ches bei einer IVF ohne zusätz­li­che Hor­mo­ne nicht besteht.

Wie läuft eine Natu­ral IVF ab?

Der natür­li­che Zyklus der Frau wird durch Blut­ab­nah­men und Ultra­schall­auf­nah­men eng­ma­schig über­wacht, um den rich­ti­gen Zeit­punkt des Eisprungs zu bestim­men. Manch­mal wird auch eine eisprung­aus­lö­sen­de Sprit­ze ver­ab­reicht, um den opti­ma­len Ent­nah­me­zeit­raum bes­ser kon­trol­lie­ren zu kön­nen. Die Eizel­len wer­den wie bei einer klas­si­schen IVF im Rah­men einer Punk­ti­on ent­nom­men und in der Petri­scha­le mit den männ­li­chen Samen zusam­men­ge­bracht. Die befruch­te­te Eizel­le wird im Anschluss in die Gebär­mut­ter der Frau ein­ge­setzt.

Wird die Punk­ti­on mit oder ohne Nar­ko­se durch­ge­führt?

Bei einer klas­si­schen IVF erfolgt die Punk­ti­on unter Nar­ko­se, da meist mehr als ein- oder zwei Fol­li­kel gewon­nen wer­den. Im Rah­men der Natu­ral IVF wird die Ent­nah­me der Eizel­len oft­mals ohne Sedie­rung durch­ge­führt. Die Metho­de wur­de mitt­ler­wei­le opti­miert und es wer­den sehr fei­ne Instru­men­te ange­wen­det, die kaum Schmer­zen ver­ur­sa­chen. Die Eizell­ent­nah­me dau­ert oft­mals nur zwei Minu­ten und die Pati­en­tin darf direkt im Anschluss nach Hau­se gehen.

Wann erfolgt der Embryo­nen­trans­fer im natür­li­chen Zyklus?

Der Embryo­nen­trans­fer erfolgt wie bei der klas­si­schen IVF ein bis fünf Tage nach der Eizell­ent­nah­me. Der Trans­fer ist ver­gleich­bar mit einer gynä­ko­lo­gi­schen Unter­su­chung und für Dich nahe­zu schmerz­frei.

 

Für wen ist eine natür­li­che IVF sinn­voll?

Eine künst­li­che Befruch­tung im natür­li­chen Zyklus kann nur dann durch­ge­führt wer­den, wenn der Zyklus der Frau sehr regel­mä­ßig ver­läuft. Auch ein unge­stör­ter Hor­mo­naus­halt und regel­mä­ßi­ge Eisprün­ge sind eine zwin­gen­de Vor­aus­set­zung. Daher kommt die­ses Ver­fah­ren häu­fig bei jün­ge­ren Frau­en zum Ein­satz. Sie wird aber auch älte­ren Frau­en emp­foh­len, die nur noch eine gerin­ge Eizell­re­ser­ve haben und nur wenig auf eine hor­mo­nel­le Sti­mu­la­ti­on reagie­ren.

Wie hoch sind die Erfolgs­chan­cen bei einer Natu­ral IVF?

Grund­sätz­lich kön­nen die Erfolgs­aus­sich­ten einer klas­si­schen IVF nur schwer mit denen einer NC-IVF ver­gli­chen wer­den, weil es sich um zwei ver­schie­de­ne Behand­lun­gen han­delt. Gene­rell sind die Erfolgs­aus­sich­ten bei einer Natu­ral IVF gerin­ger — allein weil weni­ger Eizel­len pro Zyklus gewon­nen wer­den. Bei einem hor­mo­nell sti­mu­lier­ten Zyklus wer­den ca. fünf bis 20 Eizel­len punk­tiert, wäh­rend der natür­li­che Zyklus nur ein bis zwei Eizel­len her­gibt. Dadurch kön­nen auch kei­ne zusätz­li­chen Eizel­len ein­ge­fro­ren wer­den.

Im August 2020 wur­de eine Stu­die ver­öf­fent­licht, die erst­mals die Erfolgs­aus­sich­ten bei­der Ver­fah­ren gegen­über­stellt. Aus den Daten ist erkenn­bar, dass die Ent­wick­lungs­ra­te der Embryo­nen bei der NC-IVF und der klas­si­schen IVF annä­hernd gleich waren. Dem­nach hat­te die hor­mo­nel­le Sti­mu­la­ti­on kei­nen Ein­fluss auf die Eizell­qua­li­tät. Aller­dings lag die Trans­fer- und auch die Schwan­ger­schafts­ra­te bei der natür­li­chen IVF mit 17,5% deut­lich unter der Rate bei klas­si­scher IVF mit 36,1%.

Kos­ten der Natu­ral IVF: Was muss ich für eine künst­li­che Befruch­tung im natür­li­chen Zyklus zah­len?

Die Medi­ka­men­te neh­men in der Kin­der­wunsch­be­hand­lung einen nicht unwich­ti­gen Teil der Kos­ten ein. Sie belau­fen sich je nach indi­vi­du­el­len Vor­aus­set­zun­gen der Frau auf ca. 700 bis 1600 Euro. Die­se Kos­ten fal­len bei einer NC-IVF nicht an. Du zahlst ledig­lich die in der Kin­der­wun­sch­kli­nik anfal­len­den Behand­lungs­kos­ten, die sich auf rund 4000 Euro belau­fen.

Über Fer­til­ly

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