Jana Vor­ste­her

Ova­ri­el­le Ver­jün­gung über PRP

Ein uner­füll­ter Kin­der­wunsch beglei­tet vie­le (eins von sie­ben) Paa­re und allein­ste­hen­de Frau­en. Bei Man­chen ist es das Timing, wel­ches nicht gestimmt hat, bei Ande­ren kann es finan­zi­el­le (oder ande­re) Grün­de gege­ben haben, wes­halb der Kin­der­wunsch erst spä­ter in Angriff genom­men wird. Auch gibt es wie­der­um Frau­en, die aus bio­lo­gi­schen Grün­den Schwie­rig­kei­ten haben, schwan­ger zu wer­den — sei es ein zu nied­ri­ger AMH-Wert oder Pro­ble­me mit dem Eisprung.

Ange­sichts der Tat­sa­che, dass die Fami­li­en­pla­nung und die Geburt des ers­ten Kin­des ten­den­zi­ell immer spä­ter erfol­gen, suchen vie­le Paa­re und allein­ste­hend Pla­nen­de hoff­nungs­voll nach Metho­den und Alter­na­ti­ven, die zu der Erfül­lung ihres Kin­der­wun­sches füh­ren kön­nen – auch in „fort­ge­schrit­te­ne­rem“ Alter oder bei ein­ge­schränk­ter Funk­ti­on der Eier­stö­cke. For­scher sind bereits dabei, die neu­ar­ti­ge Metho­de mit plätt­chen­rei­chem Plas­ma (PRP) zur ova­ri­el­len Ver­jün­gung zu erkun­den, um Ergeb­nis­se fest­hal­ten zu kön­nen.

Was ist eine ova­ri­el­le Ver­jün­gung mit PRP?

Neben bekann­ten Metho­den, wie zum Bei­spiel der klas­si­schen IVF, ICSI oder einer Inse­mi­na­ti­on, gibt es auch eine weni­ger erforsch­te Metho­de: Die ova­ri­el­le Ver­jün­gung mit PRP. Die­se ova­ri­el­le Ver­jün­gung bezeich­net ein Ver­fah­ren, wel­ches eine „Eier­stock­ver­jün­gung” mit­hil­fe von plätt­chen­rei­chem Plas­ma zu errei­chen ver­sucht, um damit die Chan­cen einer erfolg­rei­chen Befruch­tung gege­be­nen­falls zu erhö­hen. Die Metho­de kann Frau­en hel­fen, die unter einem vor­zei­ti­gen Eier­stock­ver­sa­gen lei­den oder nach­träg­lich eine Funk­ti­ons­ver­bes­se­rung zu ver­su­chen [2].

Wie funk­tio­niert eine ova­ri­el­le Ver­jün­gung mit PRP?

Die Ova­ri­al­ver­jün­gung erfolgt mit­hil­fe von PRP-Injek­tio­nen (plätt­chen­rei­ches Plas­ma). Die Metho­de mit Injek­tio­nen des eige­nen plätt­chen­rei­chen Plas­mas wird nicht nur zu Repro­duk­ti­ons­zwe­cken ver­wen­det, son­dern fin­det auch in ande­ren Berei­chen der Medi­zin seit gerau­mer Zeit Gebrauch. Sei es bei Ver­let­zun­gen (Wund­hei­lung), Ope­ra­tio­nen, kos­me­ti­schen Ein­grif­fen oder zur Ova­ri­al­ver­jün­gung: PRP soll das Wachs­tum der Zel­len sowie die Stamm­zel­len im jewei­li­gen Gewe­be anre­gen, in wel­ches das PRP ver­ab­reicht wird. Weib­li­che Eier­stö­cke sol­len mit­hil­fe des PRP wie­der Eizel­len pro­du­zie­ren kön­nen.
Um die genaue Wir­kungs­wei­se des PRPs defi­nie­ren zu kön­nen, sind wei­te­re For­schun­gen erfor­der­lich [1].

Für wen kann eine ova­ri­el­le PRP Ver­jün­gung geeig­net sein?

PRP-Behand­lung für ova­ri­el­le Ver­jün­gung: Wann & Wie?

Der Beginn einer PRP-Behand­lung zur ova­ri­el­len Ver­jün­gung kann bei Frau­en mit Peri­ode (regel­mä­ßig oder unre­gel­mä­ßig) zwi­schen Anfang der Peri­ode bis zum 10. Tag (Her­an­rei­fung der Fol­li­kel) statt­fin­den. Für Frau­en ohne Peri­ode sei es jeder­zeit mög­lich.

Übli­cher­wei­se beginnt der Pro­zess mit Vor­ge­sprä­chen und einem Bera­tungs­ter­min mit einem ent­spre­chen­dem Fach­arzt. In Anschluss fol­gen Vor­un­ter­su­chun­gen (sog. Ana­mne­se, Ultra­schall, Blut­un­ter­su­chun­gen). Für die Vor­be­rei­tung des PRP fin­det eine Blut­ent­nah­me statt mit anschlie­ßen­der Gewin­nung des plätt­chen­rei­chen Plas­mas (PRP) im Labor mit­tels Zen­tri­fu­ga­ti­on. Die Injek­ti­on des plätt­chen­rei­chen Plas­mas erfolgt unter Nar­ko­se und wird in die Eier­stö­cke gespritzt.

Woher weiß man, ob es funk­tio­niert hat?

Um Ver­än­de­run­gen der Hor­mon­wer­te über­wa­chen und mes­sen zu kön­nen, fin­den nach der Pro­ze­dur regel­mä­ßi­ge Unter­su­chun­gen statt. Posi­ti­ve Resul­ta­te kön­nen unter Umstän­den erwar­tet wer­den, wenn der AMH-Wert stei­gend ist, wäh­rend der FSH, LH, Öst­ra­di­ol-Wert im Gegen­zug sin­kend ist. Dies kann auf eine Ent­wick­lung der Eizel­len deu­ten.

Wich­tig ist, dass man selbst bei ver­meint­lich „posi­ti­ven“ Mes­sun­gen nicht von einer garan­tier­ten Schwan­ger­schaft aus­ge­hen soll­te. Wei­te­re Fak­to­ren kön­nen Ein­fluss auf die natür­li­che Emp­fäng­nis neh­men und eine Schwan­ger­schaft erschwe­ren.

 

Neben­wir­kun­gen von PRP

Hin­sicht­lich der PRP-Anwen­dung in der Repro­duk­ti­ons­me­di­zin, konn­ten in Stu­di­en weder lang­fris­ti­ge noch kurz­fris­ti­ge nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen beob­ach­tet wer­den, da das eige­ne Blut ver­wen­det wird und die PRP-Wachs­tums­fak­to­ren kein Risi­ko dar­stel­len soll­ten [2]. In einem kur­zen Zeit­raum unmit­tel­bar nach dem Ein­griff kön­nen in sehr sel­te­nen Fäl­len leich­te Schmer­zen auf­tre­ten, die im Regel­fall aller­dings nur von kur­zer Dau­er sein soll­ten [3].

For­schung zur ova­ri­el­len Ver­jün­gung noch aus­bau­fä­hig

In einer Stu­die aus 2019 konn­te bei Frau­en mit vor­zei­ti­gem Eier­stock­ver­sa­gen eine natür­li­che Schwan­ger­schaft nach einer ova­ri­el­len PRP-Behand­lung erreicht wer­den, nach­dem vor­he­ri­ge IVF-Ver­su­che schei­ter­ten [4]. Die Pati­en­tin­nen waren Frau­en, die zum Zeit­punkt der Stu­die bereits seit über einem Jahr kei­ne Peri­ode mehr hat­ten, geschei­ter­te IVF-Behand­lun­gen erleb­ten und die Tech­nik mit dem plätt­chen­rei­chen Plas­ma an ihren Eier­stö­cken tes­ten woll­ten.

Zwar sind medi­zi­ni­sche For­schun­gen zur ova­ri­el­len Ver­jün­gung mit PRP bereits im Gan­ge, aller­dings gibt es noch nicht vie­le wis­sen­schaft­lich aus­sa­ge­kräf­ti­ge Sta­tis­ti­ken zu genau­en Erfolgs­aus­sich­ten der Metho­de. Erfol­ge nach einer Behand­lung mit PRP konn­ten aber bereits beob­ach­tet und ver­folgt wer­den. Man soll­te im Hin­ter­kopf behal­ten, dass die Behand­lung mit PRP in der Repro­duk­ti­ons­me­di­zin noch rela­tiv neu ist. Wich­tig ist daher, dass für medi­zi­ni­sche Aus­sa­gen zu Erfolgs­pro­gno­sen sowie zur detail­lier­ten Wir­kungs­wei­se der Metho­de einer ova­ri­el­len Ver­jün­gung wei­te­re For­schungs­stu­di­en und Unter­su­chun­gen not­wen­dig und ziel­füh­rend sind.

Über Fer­til­ly

Wir bei Fer­til­ly haben es uns zur Auf­ga­be gemacht, Paa­re (homo- und hete­ro­se­xu­ell) und Sin­gles auf dem Weg zur Erfül­lung ihres Kin­der­wun­sches zu beglei­ten. Dabei ist es uns wich­tig Trans­pa­renz im Bereich der Ange­bo­te zum The­ma Kin­der­wunsch zu schaf­fen, Infor­ma­tio­nen und Wis­sen zu den The­men Schwan­ger­schaft und Frucht­bar­keit zu ver­mit­teln und Dir und Euch dabei zu hel­fen, die am bes­ten pas­sen­de Kin­der­wun­sch­kli­nik zu fin­den. Durch Koope­ra­tio­nen mit erst­klas­si­gen Kin­der­wun­sch­zen­tren in Deutsch­land und im Aus­land wer­den Anfra­gen über Fer­til­ly bevor­zugt behan­delt. Somit umge­hen unse­re Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten die sonst meist lan­gen War­te­zei­ten und kom­men schnel­ler an ihr Ziel.

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Quel­len:

1. https://www.wireltern.ch/artikel/news-0716-wie-alte-eierstoecke-fit-werden
2. 8. Schmitz, JP, Hol­lin­ger, JO. The bio­lo­gy of plate­let-rich plas­ma. J Oral Maxillofac Surg. 2001;59(9):1119–1121.
3. https://www.infertilityny.com/ovarian-rejuvenation-nyc/
4. Pan­tos, Simo­pou­lou et al. A Case Seri­es on Natu­ral Con­cep­ti­ons Resul­ting in Ongo­ing Pregnan­ci­es in Meno­pau­sal and Pre­ma­tu­re­ly Meno­pau­sal Women Fol­lowing Plate­let-Rich Plas­ma Tre­at­ment, 2019