Jenia Chor­naya

PCOS: Ur­sache, Sym­ptome, The­rapie

Was ist PCOS?

Bei den be­trof­fenen Frauen bilden sich an den Ei­er­stö­cken kleine Bläs­chen, die mit Wasser ge­füllt sind. Dies führt zu einem un­re­gel­mä­ßigen Zy­klus und einer ver­mehrten Bil­dung männ­li­cher Ge­schlechts­hor­mone. Daraus er­geben sich neben einer ver­min­derten Frucht­bar­keit noch wei­tere Merk­male wie eine sehr starke Kör­per­be­haa­rung oder eine mas­ku­line Statur.

 

Ur­sa­chen für die Ent­ste­hung des PCO-Syn­droms

Wie es zur Ent­ste­hung des PCO-Syn­droms kommt, ist noch nicht restlos ge­klärt. Me­di­zi­ne­rinnen und Me­di­ziner ver­muten eine fa­mi­liäre Ver­er­bung der Er­kran­kung. Stu­dien haben ge­zeigt, dass in man­chen Fa­mi­lien gleich meh­rere Fa­mi­li­en­mit­glieder (z. B. die Mutter oder Schwester der Be­trof­fenen) an dieser hor­mo­nellen Stö­rung leiden. Aber auch männ­liche Mit­glieder der Fa­milie können PCO-ähn­liche An­zei­chen auf­weisen: Eine früh­zei­tige Glat­zen­bil­dung ge­hört bei­spiels­weise dazu. Bis heute konnte je­doch kein ein­zelnes PCOS-Gen iden­ti­fi­ziert werden.

Auch starkes Über­ge­wicht ist einer der Ri­si­ko­fak­toren. Neben einer fal­schen Er­näh­rung kann ein Mangel an Be­we­gung zum Aus­bruch der Er­kran­kung führen.

Darum leidet der Kin­der­wunsch bei Frauen mit PCO-Syn­drom 

Zum einen führt das ver­scho­bene Ver­hältnis beider Hor­mone zu einer ge­störten Fol­li­kel­rei­fung und somit zu Pro­blemen mit dem Ei­sprung. Zum an­deren treibt die ver­stärkte LH-Frei­set­zung (Lut­ei­ni­sie­rendes Hormon) wie­derum die Stei­ge­rung der Hor­mon­pro­duk­tion in den Ei­er­stö­cken voran.

infografik

Ty­pi­sche Sym­ptome des PCO-Syn­droms

Die Sym­ptome des PCO-Syn­droms sind von Frau zu Frau un­ter­schied­lich und können so diffus sein, dass die Er­kran­kung lange un­er­kannt bleibt. Oft­mals wird sie erst bei einer aus­blei­benden Schwan­ger­schaft dia­gnos­ti­ziert.

Zu den gän­gigsten Sym­ptomen des po­ly­zys­ti­schen Ova­ri­al­syn­droms zählen:

Frauen, die an PCOS und dem damit zu­sam­men­hän­genden un­re­gel­mä­ßigen Zy­klus leiden, haben meis­tens Schwie­rig­keiten, sich ihren Kin­der­wunsch zu er­füllen.

Meis­tens tritt ein Sym­pto­men­kom­plex auf, bei der meh­rere Sym­ptome nach­ein­ander, aber nicht gleich­zeitig zum Vor­schein kommen. Aus diesem Grund dauert es in man­chen Fällen meh­rere Jahre, bis das PCO-Syn­drom be­merkt und dia­gnos­ti­ziert wird.

junge Frau sitzt

Dia­gnose des PCO-Syn­droms

Das po­ly­zys­ti­sche Ova­ri­al­syn­drom ist eine kom­plexe Hor­mon­stö­rung, die erst nach Aus­schluss an­derer Er­kran­kungen be­stä­tigt wird. Um ein ge­naues Ur­teil fällen zu können, muss die be­han­delnde Ärztin oder der be­han­delnde Arzt zu­nächst den ge­samten Krank­heits­ver­lauf seiner Pa­ti­entin im Rahmen einer Ana­mnese in Er­fah­rung bringen.

Dazu ge­hört:

  • Fragen zu Vor­er­kran­kungen, Zy­klus- sowie Fa­mi­li­en­ana­mnese
  • Kör­per­liche Un­ter­su­chungen wie Be­haa­rungs­muster, Blut­druck, Un­ter­su­chung der Haut, BMI und Fett­ver­tei­lungs­muster
  • Glu­kose-To­le­ranz­test
  • Un­ter­su­chung der Schild­drü­sen­funk­tion

Um die Dia­gnose zu er­leich­tern, werden Pa­ti­en­tinnen nach den drei Haupt­sym­ptomen, den so­ge­nannten Rot­terdam-Kri­te­rien, un­ter­sucht. So­fern an­dere Ur­sa­chen aus­ge­schlossen werden können und zwei dieser Merk­male auf­treten, spricht man von dem Po­ly­zys­ti­schen Ova­ri­al­syn­drom:

1. Zy­klus­stö­rungen und feh­lender Eisprung‍

Dauert der Zy­klus länger als 35 Tage für min­des­tens 3 Mo­nate im Jahr (Oli­go­menorrhö) oder bleibt die Mens­trua­ti­ons­blu­tung für länger als 3 Mo­nate im Jahr aus, deutet dies auf die PCO Krank­heit hin.

2. Er­höhter Wert der männ­li­chen Geschlechtshormone‍

Der hor­mo­nelle Haus­halt der Frau wird mit­tels Blut­ent­nahme un­ter­sucht. Unter an­derem werden Ös­tro­gene, An­dro­gene, LH (Lut­ei­ni­sie­rendes Hormon), FSH (Fol­likel-sti­mu­lie­rendes Hormon), das LH/FSH-Ver­hältnis und TSH (La­bo­r­ak­tuell, 2016) über­prüft. Sym­ptome der ver­stärkten Bil­dung männ­li­cher Ge­schlechts­hor­mone sind eine starke Kör­per­be­haa­rung, Haarausfall/Glatzenbildung und Akne.

3. Ei­er­stock­zysten

Po­ly­zys­ti­sche Ova­rien — kleine, mit Flüs­sig­keit ge­füllte Bläs­chen an beiden Ei­er­stö­cken sind das Merkmal, wel­ches der Er­kran­kung ihren Namen gibt. Es tritt in 78% aller Dia­gnosen auf und kann an­hand eines trans­va­gi­nalen Ul­tra­schalls fest­ge­stellt werden.

Be­hand­lung des PCO-Syn­droms

Nicht in jedem Fall ist eine Be­hand­lung PCO-Syn­droms er­for­der­lich. Treten keine schwer­wie­genden Sym­ptome auf und leidet die Frau nicht an einem un­er­füllten Kin­der­wunsch, ist keine Be­hand­lung er­for­der­lich. Bleibt je­doch eine er­wünschte Schwan­ger­schaft aus oder treten Schmerzen auf, dann gibt es meh­rere Be­hand­lungs­op­tionen. Hier ist je­doch jede Frau in­di­vi­duell zu be­trachten, wie auch die je­wei­lige In­ten­sität der auf­tre­tenden Sym­ptome. Eine ab­so­lute Hei­lung des PCO-Syn­droms ist noch nicht mög­lich.

 

Er­näh­rungs­um­stel­lung und Re­du­zie­rung des Über­ge­wichts

Die Ge­wichts­re­duk­tion ist das Erste, worauf sich Frauen mit Über­ge­wicht und dem PCO-Syn­drom fo­kus­sieren sollten. Aus­rei­chende Be­we­gung sowie Ver­zicht auf fett- und zu­cker­reiche Le­bens­mittel helfen dabei enorm. Eine ka­lo­rien­arme Er­näh­rung kann zu einer Nor­ma­li­sie­rung des Zy­klus führen und auch die Ei­sprung­raten er­höhen.

 

Me­di­ka­men­töse und hor­mo­nelle Be­hand­lung des PCO-Syn­droms

Um zu­nächst die kli­ni­schen Merk­male der PCO-Er­kran­kung zu ver­rin­gern, ver­schreibt der Arzt die An­ti­ba­by­pille. Sie ver­rin­gert die Menge der männ­li­chen Hor­mone im Blut, sta­bi­li­siert den Zy­klus und klärt das Haut­bild der Frau. So kann starker Kör­per­be­haa­rung sowie Akne ent­ge­gen­ge­wirkt werden.

Für die Re­du­zie­rung des Blut­zu­cker­spie­gels und für einen bes­seren Stoff­wechsel wird Met­formin ver­schrieben: ein Me­di­ka­ment zur Be­hand­lung von Dia­betes. Als Folge wird die In­su­lin­re­sis­tenz be­kämpft und die Sen­kung der männ­li­chen Hor­mone im Blut vor­an­ge­trieben. So soll ein sta­biler Mens­trua­ti­ons­zy­klus er­zielt werden.

Steht der Kin­der­wunsch im Vor­der­grund der Be­hand­lung, kann au­ßerdem das An­ti­ös­trogen Clo­mifen ver­ab­reicht werden. Dieses Me­di­ka­ment wird zur För­de­rung des Ei­sprungs ein­ge­setzt und er­höht somit die Schwan­ger­schafts­chancen der Frau.

‍Künst­liche Be­fruch­tung bei PCO-Syn­drom

Bei einem po­ly­zys­ti­schem Ova­ri­al­syn­drom kommt eine künst­liche Be­fruch­tung erst dann in­frage, wenn die hor­mo­nellen Me­thoden ver­sagt haben.

Be­hand­lung ohne Anti-Baby-Pille: Ope­ra­tion an den Ei­er­stö­cken

Falls die Clo­mi­fen­sti­mu­la­tion nicht an­schlägt und der Kin­der­wunsch un­er­füllt bleibt, kann einer Frau mit PCO-Syn­drom mit­tels einer Ova­ri­al­sti­che­lung ge­holfen werden. Dabei han­delt es sich um einen chir­ur­gi­schen Ein­griff, bei dem mit einer spe­zi­ellen Nadel meh­rere kleine Ein­stiche in die Ei­er­stöcke ge­macht werden.

Vor­teile des Ein­griffs

Nach­teile des Ein­griffs

Wie jeder chir­ur­gi­sche Ein­griff unter Voll­nar­kose kann auch die Ova­ri­al­sti­che­lung zu Kom­pli­ka­tionen führen.

10% aller Frauen sind von PCOS betroffen

PCOS: Für Frauen mit Kin­der­wunsch eine emo­tio­nale Be­las­tung

‍Das po­ly­zys­ti­sche Ova­ri­al­syn­drom stellt nicht nur ein ge­sund­heit­li­ches Pro­blem dar. Die Un­zu­frie­den­heit mit dem äu­ßeren Er­schei­nungs­bild oder auch der un­er­füllte Kin­der­wunsch können emo­tional sehr be­las­tend sein. Das kann die Le­bens­qua­lität der be­trof­fenen Frau stark ein­schränken und psy­chi­sche Folgen nach sich ziehen.

Für den bes­seren Um­gang mit dem emo­tio­nalen und psy­chi­schen Aspekt dieser Er­kran­kung kann ein Be­such bei einem Psy­cho­the­ra­peuten sehr hilf­reich und auch be­freiend sein.

 

‍Wer über­nimmt die Kosten für die PCO-Be­hand­lung?

Die Kosten für die Dia­gnostik und Be­hand­lung des PCO-Syn­droms werden von den Kran­ken­kassen über­nommen. Für eine an­schlie­ßende Kin­der­wunsch­be­hand­lung müssen die Pa­ti­en­tinnen dann je nach Kran­ken­kassen auch selbst einen Teil der Be­hand­lungs­kosten tragen.

 

Kann man trotz PCOS schwanger werden?

Eines der vielen Sym­ptome des PCO-Syn­droms sind sel­tene oder sogar gänz­lich aus­blei­bende Ei­sprünge. Daher stellt sich eine Schwan­ger­schaft für Frauen mit PCO-Syn­drom häufig nur mit einer ent­spre­chenden Me­di­ka­men­ten­gabe ein. Wird mit­hilfe von Clo­mifen ein Ei­sprung aus­ge­löst, dann kann auch je­der­zeit eine Schwan­ger­schaft ein­treten. Auch nach einer Laser-Sti­che­lung re­gu­liert sich häufig der Hor­mon­haus­halt, so­dass gute Vor­aus­set­zungen für eine Schwan­ger­schaft ge­schaffen werden.

Unter der Be­hand­lung mit Clo­mifen treten bei einem PCO-Syn­drom häu­figer Mehr­lings­schwan­ger­schaften auf.

Sind die Ri­siken einer Schwan­ger­schaft mit PCO-Syn­drom höher?

Ja, tat­säch­lich ist die Fehl­ge­bur­ten­rate bei Frauen mit PCOS etwas höher. Zudem be­steht ein er­höhtes Ri­siko einer Schwan­ger­schafts­dia­betes. Daher be­dürfen Schwan­gere, die an einem PCO-Syn­drom leiden, einer be­son­deren ärzt­liche Be­ob­ach­tung.

Über Fer­tilly

Wir bei Fer­tilly haben es uns zur Auf­gabe ge­macht, Paare (homo- und he­te­ro­se­xuell) und Sin­gles auf dem Weg zur Er­fül­lung ihres Kin­der­wun­sches zu be­gleiten. Dabei ist es uns wichtig Trans­pa­renz im Be­reich der An­ge­bote zum Thema Kin­der­wunsch zu schaffen, In­for­ma­tionen und Wissen zu den Themen Schwan­ger­schaft und Frucht­bar­keit zu ver­mit­teln und Dir und Euch dabei zu helfen, die am besten pas­sende Kin­der­wun­sch­klinik zu finden. Durch Ko­ope­ra­tionen mit erst­klas­sigen Kin­der­wun­sch­zen­tren in Deutsch­land und im Aus­land werden An­fragen über Fer­tilly be­vor­zugt be­han­delt. Somit um­gehen un­sere Pa­ti­en­tinnen und Pa­ti­enten die sonst meist langen War­te­zeiten und kommen schneller an ihr Ziel.

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Quellen:

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