An­drea Helten

Rau­chen und Al­kohol bei Kin­der­wunsch

Rau­chen und Al­kohol wäh­rend der Schwan­ger­schaft

Die gute Nach­richt vorweg: Seit Mitte der 90er Jahre ist der An­teil der Frauen, die wäh­rend der Schwan­ger­schaft rau­chen, fast um die Hälfte zu­rück­ge­gangen. Aber: Rund 11 Pro­zent der Mütter von null bis sechs­jäh­rigen Kin­dern, die zwi­schen 2007 und 2016 ge­boren wurden, haben wäh­rend der Schwan­ger­schaft zur Zi­ga­rette ge­griffen. Be­son­ders hoch ist hier der An­teil der Frauen, die jünger als 25 Jahre alt waren, als ihr Kind ge­boren wurde. Diese Daten gehen aus der großen Studie zur Ge­sund­heit von Kin­dern und Ju­gend­li­chen in Deutsch­land hervor, die zwi­schen 2014 und 2017 vom Ro­bert-Koch-In­stitut er­hoben wurde. Auch wenn es nicht ein­fach ist, mit dem Rau­chen auf­zu­hören: Dem un­ge­bo­renen Baby zu­liebe sollten alle Schwan­geren wirk­lich die Zi­ga­retten ver­bannen. Am besten für immer.

Die Aus­wir­kungen von Ni­kotin auf die Schwan­ger­schaft

Ta­bak­rauch be­inhaltet eine Viel­zahl che­mi­scher Sub­stanzen. Ni­kotin ist tat­säch­lich nur eine von über 4000 Che­mi­ka­lien. 90 davon sind er­wie­se­ner­maßen krebs­er­re­gend. Da Ni­kotin pla­zen­ta­gängig ist, wird das Un­ge­bo­rene Baby im Bauch ge­nauso viel Ni­kotin aus­ge­setzt, wie die rau­chende Mutter. Die im Ta­bak­rauch ent­hal­tenen Schad­stoffe ge­langen daher über die Pla­zenta in den Blut­kreis­lauf des Em­bryos. Mit fa­talen Folgen: Fehl­bil­dungen, Asthma und All­er­gien sind mög­liche Be­ein­träch­ti­gungen. Zudem haben rau­chende Schwan­gere dreimal häu­figer Fehl­ge­burten und Tot­ge­burten im Ver­gleich zu Nicht­rau­che­rinnen. Neu­ge­bo­rene von Rau­che­rinnen wiegen dar­über hinaus we­niger als von Frauen, die nicht rau­chen.

Und: Raucht die Mutter wäh­rend der ge­samten Schwan­ger­schaft, be­deutet die Ge­burt für das Baby gleichsam einen Ni­kotin-Entzug: Schreien, Ko­liken und Kopf­schmerzen sind mög­liche Be­gleiter in den ersten Le­bens­wo­chen.

Noch dring­li­cher er­scheint der Ver­zicht auf Zi­ga­retten wäh­rend der Schwan­ger­schaft vor dem Hin­ter­grund des plötz­li­chen Kinds­todes (SIDS). Eine Studie am Kin­der­kran­ken­haus Se­attle hat er­geben, dass rau­chende Schwan­gere ein mehr als dop­pelt so hohes Ri­siko ein­gehen, dass ihr Kind später un­er­wartet stirbt.

Ni­kotin: Kin­der­wunsch und Frucht­bar­keit

„Und wenn ich nur ganz wenig rauche? Oder nur im ersten Monat meiner Schwan­ger­schaft?“ Auch dann kann keine Ent­war­nung ge­geben werden. Schon eine Zi­ga­rette am Tag – also ein ge­ringer Konsum – er­höht das Ri­siko für SIDS. Das Er­gebnis der US-Studie: Mütter, die drei Mo­nate vor der Emp­fängnis ge­raucht hatten und erst in­ner­halb der ersten drei Schwan­ger­schafts­mo­nate mit dem Rau­chen auf­hörten, hatten immer noch ein hö­heres Ri­siko, dass ihre Kinder an dem plötz­li­chem Kindstod starben.

Bei Frauen setzt Ta­bak­rauch die Kon­zen­tra­tion der weib­li­chen Hor­mone Ös­trogen und Pro­ges­teron herab. Die Wahr­schein­lich­keit, schwanger zu werden, ist je nachdem, ob stark oder nur manchmal ge­raucht wird, her­ab­ge­setzt. Wichtig: Auch Pas­siv­rau­chen hat ne­ga­tive Aus­wir­kungen auf die Frucht­bar­keit. Es reicht also nicht, wenn die wer­dende Mutter auf­hört, auch die Part­nerin oder der Partner sollte den Griff zur Zi­ga­rette un­ter­lassen.

Ni­kotin bei einer künst­li­chen Be­fruch­tung

Rau­chen beim Mann hat fa­tale Folgen für die Sper­mien. Die Gifte im Ta­bak­rauch schä­digen die Sper­mien. Wenn ein Paar sich für künst­liche Be­fruch­tung ent­scheidet, sollten beide Partner also mit dem Rau­chen auf­ge­hört haben. Selbst wenn das Sper­mio­gramm un­auf­fällig ist, sind bei Rau­chern qua­li­ta­tive Ano­ma­lien der Sper­mien mög­lich, die dem Em­bryo schaden können. Das Ri­siko, dass eine Kin­der­wunsch­be­hand­lung nicht ge­lingt, ist bei rau­chenden Män­nern dop­pelt so hoch.

Die Aus­wir­kungen von Al­kohol auf die Schwan­ger­schaft

Noch ris­kanter als Rau­chen wäh­rend der Schwan­ger­schaft ist die Kom­bi­na­tion aus Ni­kotin und Al­kohol. Laut einer ame­ri­ka­ni­schen Studie aus dem Jahr 2020 ist das Ri­siko für den plötz­li­chen Kindstod sogar um das Zwölf­fache er­höht, wenn die Schwan­gere wäh­rend der Schwan­ger­schaft raucht und Al­kohol trinkt.

Wie auch Ni­kotin ist Al­kohol pla­zen­ta­gängig: Jeder Tropfen, den die Mutter trinkt, ge­langt un­ge­hin­dert zum Em­bryo. Die to­xi­sche Wir­kung von Al­kohol kann zu zahl­rei­chen Schäden bei der Ent­wick­lung des Kindes führen. Vor allem auf die Ent­wick­lung des Ge­hirns hat Al­ko­hol­ge­nuss in der Schwan­ger­schaft schwer­wie­gende Folgen. In diesem Zu­sam­men­hang sei hier das fetale Al­ko­hol­syn­drom (FAS) ge­nannt, dass das Kind le­bens­lang schä­digen kann. Das Spek­trum reicht von Sprach- und Hör­stö­rungen, Hy­per­ak­ti­vität bis hin zu Min­der­wuchs, Herz­feh­lern und Nie­ren­fehl­bil­dungen. Zudem sind Babys mit FAS oft­mals den Al­kohol ge­wöhnt, so dass sie fa­ta­ler­weise als Er­wach­sene selbst ab­hängig werden.

Al­kohol: Kin­der­wunsch und Frucht­bar­keit

Auch wenn nicht ge­si­chert ist, in­wie­fern sich un­re­gel­mä­ßiges Trinken auf die Schwan­ger­schaft aus­wirkt, sollte den­noch be­achtet werden: Ein Glas Bier pro Tag führt in jedem Fall zum fe­talen Al­ko­hol­syn­drom. In­so­fern sollten Frauen be­reits bei be­stehendem Kin­der­wunsch auf jedes noch so kleine Gläs­chen ver­zichten.

Al­kohol hat ne­ga­tive Aus­wir­kungen auf die weib­liche Frucht­bar­keit. For­scher ver­muten, dass der Gelb­körper durch das Zell­gift Al­kohol ge­schwächt wird. Die Folge: Es wird nur un­zu­rei­chend Pro­ges­teron pro­du­ziert, was wichtig für die Schwan­ger­schaft ist. Frauen mit Kin­der­wunsch haben eine nied­ri­gere Wahr­schein­lich­keit, schwanger zu werden, wenn sie täg­lich ein al­ko­ho­li­sches Ge­tränk kon­su­mieren. Bei Män­nern ist die Sper­mi­en­qua­lität nied­riger und die Be­weg­lich­keit schwä­cher aus­ge­prägt als bei Män­nern, die nicht trinken.

Wann sollte mit Al­kohol und Ni­kotin auf­ge­hört werden?

Bei be­stehendem Kin­der­wunsch soll­test Du min­des­tens zwei bis drei Mo­nate vor der Emp­fängnis auf Al­kohol und Zi­ga­retten ver­zichtet haben. So­lange dauert es in etwa, bis der Körper sich von den Gift­stoffen er­holt hat und die Frucht­bar­keit wieder auf ihrem höchsten Ni­veau ist. Falls Dir das Ent­wöhnen sehr schwer fällt – und es ist nicht leicht! – schau Dich nach Rau­cher­ent­wöh­nungs­pro­grammen um. Sport zu be­treiben, auf ge­sunde Er­näh­rung zu achten und sich so etwas Gutes zu tun, sind gute Im­pulse, um auf al­ko­ho­li­sche Ge­tränke und Zi­ga­retten lang­fristig zu ver­zichten. Denk daran: Nicht nur Deine Frucht­bar­keit wird Dir für das Durch­halten danken!

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