An­drea Helten

Sechs Fakten zum Li­bi­do­ver­lust

Egal, ob wir einen Lip­pen­stift kaufen, ins Fit­ness­studio gehen oder unser Auto neue Win­ter­reifen braucht – an gut­aus­se­henden, se­xuell an­zie­henden und Erotik si­gna­li­sie­renden Wer­be­trä­gern kommen wir nicht vorbei. Be­gehrt werden und zu be­gehren sind so­zu­sagen das Rüst­zeug für ge­sell­schaft­liche An­er­ken­nung, Vi­ta­lität und Ge­sund­heit.

Tat­säch­lich ver­spüren immer mehr Men­schen eine se­xu­elle Lust­lo­sig­keit oder haben Pro­bleme beim Sex. In Paar­be­zie­hungen weicht der an­fäng­liche se­xu­elle Ap­petit auf­ein­ander schon bald dem grauen Alltag und be­quemen Ge­wohn­heiten. Ge­rade auch bei Paaren mit Kin­der­wunsch, bei denen der se­xu­elle Akt zur rich­tigen Zeit zum Hoff­nungs­träger wird, bleibt der Spaß an der Be­rüh­rung auf der Strecke. Oft be­ginnt hier der Teu­fels­kreis. Denn dem Partner zu sagen, dass man keine Lust auf ihn hat oder der Sex un­be­frie­di­gend und sogar schmerz­haft ist, kommt einer Be­zie­hungs­krise gleich – und muss daher unter allen Um­ständen ver­mieden werden.

Li­bi­do­ver­lust – gar nicht so selten

Um­fragen er­geben, dass rund 35% aller Frauen und 16% aller Männer unter Stö­rungen ihres se­xu­ellen Ver­lan­gens leiden. Grund genug, dem Li­bi­do­ver­lust, me­di­zi­nisch auch „Ap­pe­tenz­stö­rung“ ge­nannt, eine ei­gene Be­zeich­nung in­ner­halb der se­xu­ellen Funk­ti­ons­stö­rungen zu geben. Dies ist seit den 70ern der Fall.

Ist es „normal“, über einen län­geren Zeit­raum keine Lust mehr zu haben? Ist dies das Ende der Be­zie­hung? Welche Ein­flüsse haben Krank­heiten, Me­di­ka­mente und unser Job auf un­sere Po­tenz?

Fakt 1

Normal gibt es nicht

Er­wach­sene Ame­ri­kaner haben durch­schnitt­lich 54 Mal im Jahr Sex, also un­ge­fähr einmal die Woche. In den 90ern waren es noch neun Mal mehr. Ist unser Sex­leben also in Ge­fahr? Wer sagt, was normal und richtig ist? Se­xu­althe­ra­peuten sind sich einig: Es gibt kein „normal“. Wie häufig und wie lange ein Paar Ge­schlechts­ver­kehr hat, ist voll­kommen in­di­vi­duell und großen Schwan­kungen un­ter­legen. Daher sollten wir uns nicht an Normen halten. Span­nend in dem Zu­sam­men­hang ist näm­lich: Mehr Sex be­deutet nicht zwangs­läufig, dass wir glück­li­cher sind. Eine groß an­ge­legte Studie kam zu dem Schluss, dass einmal wö­chent­li­cher Sex uns happy macht. Paare, die häu­figer mit­ein­ander ins Bett gehen, waren je­doch nicht au­to­ma­tisch zu­frie­dener. Also: Lasst Euch nicht ver­rückt ma­chen von den wilden Sex-Ge­schichten an­derer. Euer Sex – Eure Re­geln.

Fakt 2

Lust vs. Kör­per­liche Er­reg­bar­keit

Es gibt einen Un­ter­schied zwi­schen Lust und rein kör­per­li­cher Funk­tion. Laut der be­kannten US-Se­xu­althe­ra­peutin Dr. Logan Lev­koff muss un­ter­schieden werden zwi­schen dem Ver­langen nach Sex und der kör­per­li­chen Er­reg­bar­keit. Wir können Lust auf Sex haben, aber kör­per­lich nicht im­stande dazu sein (zum Bei­spiel durch Va­gi­nismus, Schmerzen beim Sex oder männ­liche Po­tenz­pro­bleme). Wir können ge­nauso gut mental keine Lust auf Sex haben (zum Bei­spiel durch De­pres­sionen, durch be­ruf­li­chen Stress oder Be­zie­hungs­pro­bleme), aber kör­per­lich in einen Er­re­gungs­zu­stand kommen.

Wichtig zu wissen ist, dass se­xu­elle Un­lust nicht meint, den Partner oder die Part­nerin mal ab­zu­weisen. Li­bi­do­ver­lust be­deutet, lang­fristig — und damit chro­nisch — kein se­xu­elles Ver­langen zu haben.

Fakt 3 & 4
Paar Redet

Me­di­ka­mente und Krank­heiten als echte Lust­killer

Eine Reihe von Krank­heiten kann dafür sorgen, dass wir immer we­niger Lust auf se­xu­elle  Hand­lungen haben. Dazu ge­hören Dia­betes und Herz­krank­heiten, ebenso wie De­pres­sionen und Angst­stö­rungen. Stu­dien zu­folge be­merken 33% der Männer und über 40% der Frauen, die unter De­pres­sionen leiden, gleich­zeitig einen Ver­lust ihrer Li­bido. Schwerer wiegt dies, wenn An­ti­de­pres­siva ein­ge­nommen werden. Auch Kor­ti­koide gegen Ent­zün­dungen oder Blut­druck­senker sind Me­di­ka­mente, die als Ne­ben­wir­kungen se­xu­elle Un­lust mit sich bringen können. Ein häufig ver­schrie­benes Me­di­ka­ment, das die Lust killt, ist üb­ri­gens die Pille. Die ent­hal­tenen Ges­ta­gene wirken sich auf den Hor­mon­haus­halt aus und sind der Grund dafür, dass wir we­niger Lust auf Sex haben.

En­do­me­triose ge­hört zu den Krank­heiten, die bei be­trof­fenen Frauen die kör­per­liche Er­reg­bar­keit her­ab­setzen. Die chro­ni­sche Er­kran­kung sorgt bei vielen Frauen dafür, ihre Se­xua­lität nicht frei aus­leben zu können. So geben laut der En­do­me­triose-Ver­ei­ni­gung rund 11 bis 57% der En­do­me­triose-Pa­ti­en­tinnen an unter Dys­pa­reunie, also Schmerz beim Ge­schlechts­ver­kehr, zu leiden.

 

Li­bi­do­ver­lust ist kein weib­li­ches Thema

Auch Männer leiden unter Stö­rungen ihrer Li­bido. Letz­tere ist stark vom in­di­vi­du­ellen Tes­to­ste­ron­spiegel ab­hängig: Ist dieser niedrig, ist auch die se­xu­elle Lust we­niger aus­ge­prägt. Hier lohnt ein Gang zum En­do­kri­no­logen, der den Hor­mon­status im Blut be­stimmen und ge­ge­ben­falls Me­di­ka­mente mit Tes­to­steron ver­schreiben kann. Wichtig zu wissen: Auch Stress im Beruf bis hin zum Bur­nout oder Strei­tig­keiten in der Part­ner­schaft sorgen dafür, dass län­ger­fristig „tote Hose“ im Bett ist.

Po­tenz­stö­rungen oder „erek­tile Dys­funk­tion“ sind hiervon zu un­ter­scheiden, denn bei diesen han­delt es sich um rein kör­per­li­chen Stö­rungen, die die Erek­tion be­treffen. Oft­mals sind die Ge­fäße be­troffen, die nicht ge­nü­gend Blut in den Schwell­körper ein­strömen lassen. Es wird ge­schätzt, dass hier­zu­lande rund sechs Mil­lionen Männer Erek­ti­ons­stö­rungen haben. Das be­kann­teste Mittel zur För­de­rung einer Erek­tion ist si­cher­lich Viagra, das je­doch auch Ne­ben­wir­kungen mit sich bringt.

Fakt 5

Paare mit Kin­der­wunsch er­leben Sex oft­mals als her­aus­for­dernd

Paare, die ein Kind zeugen möchten, er­leben oft­mals das die „schönste Ne­ben­sache der Welt“, zur Ar­beit werden kann. Lust­volles Er­leben meint Los­lassen und auch, die Kon­trolle ab­zu­geben. Frauen mit Kin­der­wunsch da­gegen messen und kon­trol­lieren ver­ständ­li­cher­weise ihren Körper, um den rich­tigen Zeit­punkt für die Emp­fängnis ab­zu­passen. Da­durch ent­steht Druck bei Mann und Frau und der Ge­schlechtsakt be­kommt einen mög­li­cher­weise ver­krampften, zweck­ge­bun­denen An­strich – etwas, das voll­zogen werden muss. Die Paar­the­ra­peutin Mar­leen Theissen von Dea­rest rät hier, zwi­schen lust­be­tontem Sex an un­frucht­baren Tagen und ziel­füh­rendem Sex an frucht­baren Tagen zu un­ter­scheiden. Ihre Tipps lest Ihr im In­ter­view.

Fakt 6

Un­sere Li­bido ver­än­dert sich

Es gibt Zeiten, in denen wir ein­fach we­niger Lust auf Sex haben. Das ist zum Bei­spiel nach der Ge­burt so. Viele frisch­ge­ba­ckene Mütter leiden an Schlaf­entzug – ein Lust­killer. Auch richten sie den Fokus eher auf ihr Baby als auf se­xu­elle Ak­ti­vi­täten. Das ist ganz normal und durch den sin­kenden Ös­tro­gen­spiegel hor­mo­nell be­dingt. Ge­rade auch Frauen, deren Ge­burt schwierig ver­lief, er­leben den Sex dann vor­über­ge­hend als nicht so er­fül­lend wie zuvor oder sogar schmerz­haft.

Auch Frauen in den Wech­sel­jahren haben mit Sym­ptomen zu kämpfen, die nicht un­be­dingt die Li­bido an­kur­beln. Dazu zählen Hit­ze­wal­lungen und Schlaf­stö­rungen. Auch Männer können an Wech­sel­jah­res­sym­ptomen leiden und be­merken einen Rück­gang ihrer Li­bido. Aber, so be­schreibt es die Hor­mon­spe­zia­listin und Ex­pertin für Wech­sel­jahre, Dr. Sheila de Liz, es gibt auch den ge­gen­tei­ligen Ef­fekt: Eine neue Art der Lei­den­schaft, los­ge­löst von Bo­dys­ha­ming und der Sorge um die Ver­hü­tung. Mög­lich macht dieses se­xu­elle Er­wa­chen der, im Ver­gleich zum sin­kenden Ös­trogen und Pro­ges­teron, er­höhte Tes­to­ste­ron­spiegel. Wie auch immer sich Eure Se­xua­lität bisher ge­staltet hat: Ab 50 Jahren kann also die Li­bido noch einmal neu ent­deckt werden.

Denn das ist das Schöne: Un­sere se­xu­elle Lei­den­schaft ist nie „fertig“ und aus­ge­reift, son­dern eben im Wandel. Daher darf es auch Phasen geben, in denen die Li­bido we­niger im Mit­tel­punkt steht. Wichtig ist, im Dialog zu bleiben und sich offen über die ei­genen Be­dürf­nisse aus­zu­tau­schen. Oft­mals hilft es auch, sich pro­fes­sio­nelle Un­ter­stüt­zung zu holen, um über Sex mit dem Partner oder der Part­nerin spre­chen zu lernen. Und eben­falls zu er­lernen, dass Sex nicht zwangs­läufig Ge­schlechts­ver­kehr heißen muss.

Wie wir helfen

Über Fer­tilly

Wir bei Fer­tilly haben es uns zur Auf­gabe ge­macht, Paare (homo- und he­te­ro­se­xuell) und Sin­gles auf dem Weg zur Er­fül­lung ihres Kin­der­wun­sches zu be­gleiten. Dabei ist es uns wichtig Trans­pa­renz im Be­reich der An­ge­bote zum Thema Kin­der­wunsch zu schaffen, In­for­ma­tionen und Wissen zu den Themen Schwan­ger­schaft und Frucht­bar­keit zu ver­mit­teln und Dir und Euch dabei zu helfen, die am besten pas­sende Kin­der­wun­sch­klinik zu finden. Durch Ko­ope­ra­tionen mit erst­klas­sigen Kin­der­wun­sch­zen­tren in Deutsch­land und im Aus­land werden An­fragen über Fer­tilly be­vor­zugt be­han­delt. Somit um­gehen un­sere Pa­ti­en­tinnen und Pa­ti­enten die sonst meist langen War­te­zeiten und kommen schneller an ihr Ziel.

Du möch­test Dich weiter über Kin­der­wun­sch­zen­tren, Er­folgs­raten und Preise in­for­mieren, melde Dich gerne über diesen Fra­ge­bogen bei uns. Wir be­raten Dich kos­tenlos und un­ver­bind­lich.

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