Jenia Chor­na­ya

Das Sper­mio­gramm — Frucht­bar­keits­test für den Mann

Wir ver­ra­ten, wie ein Sper­mio­gramm abläuft, wie die Ergeb­nis­se aus­fal­len kön­nen und was Män­ner tun kön­nen, um ihre Sper­mi­en­qua­li­tät zu ver­bes­sern.

Was ist ein Sper­mio­gramm?

Ein Sper­mio­gramm ist der Frucht­bar­keits­test für den Mann. Durch eine detail­lier­te Unter­su­chung des männ­li­chen Eja­ku­lats im Labor kann die Samen­qua­li­tät und die Zeu­gungs­fä­hig­keit des Man­nes über­prüft wer­den.

Außer bei einer uner­wünsch­ten Kin­der­lo­sig­keit wird ein Sper­mio­gramm auch nach einer Vasek­to­mie (bzw. Ste­ri­li­sa­ti­on des Man­nes) durch­ge­führt. Damit kann fest­ge­stellt wer­den, ob sich im Eja­ku­lat wirk­lich kei­ne Sper­mi­en mehr befin­den und der Ein­griff damit erfolg­reich war.

Die Pro­ze­dur für ein Sper­mio­gramm ist schmerz­los und ohne jeg­li­che Neben­wir­kun­gen. Das ein­zi­ge, was der Mann dafür tun muss, ist sei­nen Samen im Labor abzu­ge­ben. Bei der dar­auf­fol­gen­den Ana­ly­se wird ermit­telt, ob [1]:

  • sich zu weni­ge Sper­mi­en im Eja­ku­lat befin­den (Oli­go­zoo­sper­mie)
  • die Sper­mi­en zu unbe­weg­lich sind (Asthe­no­zoo­sper­mie)
  • eine Fehl­bil­dung der Sper­mi­en vor­liegt (Tera­to­zoo­sper­mie)

Außer­dem wer­den fol­gen­de Kri­te­ri­en des Eja­ku­lats bewer­tet:

  • ph-Wert
  • Merk­ma­le wie Geruch und Far­be
  • Sper­mi­en-Anti­kör­per (MAR-Test)
  • Bak­te­ri­en­be­sied­lung
  • Zucker­ge­halt
  • Zäh­flüs­sig­keit

Sper­mio­gramm: Kos­ten

Die Kos­ten eines Sper­mio­gramms lie­gen übli­cher­wei­se zwi­schen 60 und 90 Euro [2]. Für Paa­re, die trotz unge­schütz­tem Geschlechts­ver­kehr über eine län­ge­re Zeit nach­weis­lich kein Kind zeu­gen konn­ten, wer­den die Kos­ten des Sper­mio­gramms von der Kran­ken­kas­se über­nom­men. Falls man auf Num­mer sicher gehen will, ist es jedoch emp­feh­lens­wert vor der Pro­ze­dur eine schrift­li­che Zusa­ge der Kran­ken­kas­se ein­zu­ho­len.
Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur finan­zi­el­len Unter­stüt­zung beim Kin­der­wunsch.

Sper­mio­gramm: Ablauf

Um ein aus­sa­ge­kräf­ti­ges Test­ergeb­nis zu bekom­men, ist es emp­feh­lens­wert, vier bis fünf Tage vor der Pro­ze­dur auf Sex und Mas­tur­ba­ti­on zu ver­zich­ten. Aller­dings darf die Ent­halt­sam­keit nicht län­ger als sie­ben Tage dau­ern, denn auch wenn dadurch die Anzahl der Sper­mi­en im Eja­ku­lat steigt, ver­schlech­tert sich ab die­sem Zeit­raum ihre Beweg­lich­keit.

Am Tag des Sper­mio­gramms muss mit­tels Mas­tur­ba­ti­on eine Samen­pro­be abge­ge­ben wer­den. Dabei ist es wich­tig, alle Anwei­sun­gen des Arz­tes streng zu befol­gen, die Hän­de und den Penis vor der Mas­tur­ba­ti­on gründ­lich waschen und für den Samen­er­guss ein ste­ri­les Gefäß zu benut­zen. Bei der Abga­be muss die Pro­be ganz frisch und nicht älter als eine hal­be Stun­de sein [3].

Sobald die Samen­pro­be im Labor abge­ge­ben wur­de, fängt die eigent­li­che Unter­su­chung an.  Als Ers­tes wird die Ver­flüs­si­gung und das Volu­men des Eja­ku­lats getes­tet [4]. Ent­spre­chen sie nicht der Norm, kön­nen dies ers­te Anzei­chen für die Zeu­gungs­un­fä­hig­keit des Man­nes sein.

Anschlie­ßend beginnt die Ana­ly­se unter dem Mikro­skop, bei der Anzahl, Beweg­lich­keit, Form, sowie wei­te­re Para­me­ter getes­tet wer­den. Die Ermitt­lung des Ergeb­nis­ses kann je nach Labor zwi­schen einem und sie­ben Tage dau­ern.

Doch kei­ne Panik, wenn das Ergeb­nis beim ers­ten Mal nega­tiv aus­fällt: Da die Qua­li­tät der Sper­mi­en wöchent­lich schwankt und sogar den Gesund­heits­zu­stand des Man­nes am Tag der Unter­su­chung ver­rät, kann der Test mit fri­schem Sper­ma rund acht bis zwölf Wochen spä­ter wie­der­holt wer­den [5].

Sper­mio­gramm: Aus­wer­tung

Die Aus­wer­tung des Sper­mio­gramms zeigt, ob der Pati­ent voll, teil­wei­se, oder gar nicht zeu­gungs­fä­hig ist. Somit ver­schafft das Ergeb­nis eine gewis­se Klar­heit für die Situa­ti­on des Paa­res. Für die pro­fes­sio­nel­le Durch­füh­rung einer kom­pe­ten­ten Samen­ana­ly­se hat die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on im Jahr 2010 Richt­li­ni­en zur “Beur­tei­lung befruch­tungs­fä­hi­ger Sper­mi­en” ver­öf­fent­licht [5]. So kann ein welt­weit gül­ti­ger Stan­dard sicher­ge­stellt wer­den. In der fol­gen­den Tabel­le sind die all­ge­mei­nen Norm­wer­te eines Sper­mio­gramms auf­ge­führt, die zur Aus­wer­tung ver­wen­det wer­den [5]:

Nor­mal­wer­te eines Sper­mio­gramms

Volu­men in ml: min­des­tens 1,5ml

Gesamt­zahl der Sper­mi­en: min­des­tens 39 Mio.

Anteil leben­der Sper­mi­en: min­des­tens 58%

Sper­mi­en pro ml: min­des­tens 15 Mio.

pH-Wert: zwi­schen 7 und 8

Anteil gut beweg­li­cher Sper­mi­en: min­des­tens 32%

Anteil mit nor­ma­ler Form: min­des­tens 4%

Zahl wei­ßer Blut­kör­per­chen: unter 1 Mio. pro ml

Ver­flüs­si­gungs­zeit: zwi­schen 30 und 60 Minu­ten

MAR-Test: unter 50% Sper­mi­en-Anti­kör­per

Fal­len die Sper­mio­gramm-Ergeb­nis­se auch bei wie­der­hol­tem Ver­such nega­tiv aus, so ste­hen wei­te­re Tests bevor. Unter ande­rem könn­ten eine Ultra­schall-Unter­su­chung von Hoden und Pro­sta­ta des Man­nes, sowie eine Blut- oder Hor­mon­un­ter­su­chung sinn­voll sein. Es gibt vie­le Dia­gno­sen, die als Fol­ge einer Sper­mio­gramm-Aus­wer­tung fest­ge­stellt wer­den. Dar­un­ter fal­len:

  • Oli­go-Asthe­no-Tera­to­zoo­sper­mie-Syn­drom (OAT-Syn­drom) — Eine krank­haf­te Ver­än­de­rung der Samen­qua­li­tät. Dies tritt auf, wenn gleich­zei­tig zu weni­ge, zu unbe­weg­li­che und fehl­ge­bil­de­te Sper­mi­en im Eja­ku­lat vor­kom­men.
  • Azoo­sper­mie — Es kön­nen über­haupt kei­ne Sper­mi­en im Eja­ku­lat gefun­den wer­den.
  • Asper­mie — Dies kommt vor, wenn kein Eja­ku­lat gewon­nen wer­den konn­te.
  • Parve­se­mie — Das Volu­men des Eja­ku­lats liegt unter der WHO-Norm (min. 1,5 ml).

Was kann man tun, um die Sper­mi­en­qua­li­tät zu ver­bes­sern?

Und jetzt zu den guten Nach­rich­ten: Anders als bei Frau­en, die mit einer begrenz­ten Anzahl an Eizel­len gebo­ren wer­den, bil­den sich bei Män­ner immer wie­der neue Sper­mi­en. Also stellt das Sper­mio­gramm mehr oder weni­ger eine Moment­auf­nah­me dar. Und die­se kann posi­tiv beein­flusst wer­den!

Wie so oft, kann eine Ver­än­de­rung des Lebens­stils auch hier eine gro­ße Hil­fe sein. Dazu gehö­ren eine gesun­de und aus­ge­gli­che­ne Ernäh­rung und eine aus­rei­chen­de Vit­amin­zu­fuhr (Zink, Vit­amin C, Selen). Außer­dem sind Sport und Bewe­gung sehr wich­tig, denn dadurch wird der Tes­to­ste­ron­spie­gel erhöht, der essen­zi­ell für die Sper­mi­en­pro­duk­ti­on ist. Im Gegen­satz dazu wur­de bei Män­nern mit Über­ge­wicht ein Tes­to­ste­ron­man­gel fest­ge­stellt, wodurch die Samen­qua­li­tät erheb­lich lei­den kann [6].

Auch zum Ver­zicht oder zumin­dest zu einem ver­min­der­ten Kon­sum der übli­chen Übel­tä­ter wie Alko­hol, Niko­tin und Ana­bo­li­ka wird gera­ten [7].

Sitz­hei­zung im Auto, eine zu enge Unter­ho­se und wei­te­re Fak­to­ren, die zur Über­hit­zung des Samens füh­ren kön­nen, soll­te man mög­lichst ver­mei­den. Nicht umsonst befin­den sich die Hoden außer­halb des Kör­pers, da die Kör­per­tem­pe­ra­tur für sie zu warm wäre. Die Natur hat also wie­der ein­mal an alles gedacht!

Wei­te­re Fak­to­ren sind Stress und der “Zeu­gungs­druck”, der die Paa­re mit einem uner­füll­ten Kin­der­wunsch häu­fig beglei­tet. Auch wenn es nicht immer ein­fach fällt, soll­te man ver­su­chen, Stress und unpro­duk­ti­ve Sor­gen zu mini­mie­ren. Sie hel­fen nie­man­dem, und kön­nen nur zu wei­te­ren Pro­ble­men füh­ren.

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‍Nie­mand kann garan­tie­ren, dass die­se Maß­nah­men in jedem ein­zel­nen Fall funk­tio­nie­ren, doch sie sind defi­ni­tiv einen Ver­such wert. Und auch wenn sie nicht immer zu der Erfül­lung des Kin­der­wun­sches ver­hel­fen, so tut man sei­ner Gesund­heit und sich selbst in jedem Fall einen Gefal­len.

Über Fer­til­ly

Wir bei Fer­til­ly haben es uns zur Auf­ga­be gemacht, Paa­re (homo- und hete­ro­se­xu­ell) und Sin­gles auf dem Weg zur Erfül­lung ihres Kin­der­wun­sches zu beglei­ten. Dabei ist es uns wich­tig Trans­pa­renz im Bereich der Ange­bo­te zum The­ma Kin­der­wunsch zu schaf­fen, Infor­ma­tio­nen und Wis­sen zu den The­men Schwan­ger­schaft und Frucht­bar­keit zu ver­mit­teln und Dir und Euch dabei zu hel­fen, die am bes­ten pas­sen­de Kin­der­wun­sch­kli­nik zu fin­den. Durch Koope­ra­tio­nen mit erst­klas­si­gen Kin­der­wun­sch­zen­tren in Deutsch­land und im Aus­land wer­den Anfra­gen über Fer­til­ly bevor­zugt behan­delt. Somit umge­hen unse­re Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten die sonst meist lan­gen War­te­zei­ten und kom­men schnel­ler an ihr Ziel.

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Quel­len:

1. Doc­Check Fle­xi­kon, 2017. Sper­mio­gramm — https://flexikon.doccheck.com/de/Spermiogramm#Untersuchte_Merkmale
2. Her­mes, S., o.D. Sper­mio­gramm: Wie fit sind dei­ne Samen­zel­len? ‑https://www.eltern.de/kinderwunsch/fruchtbarkeit/spermiogramm-kosten-auswertung%20#section_46627 (Zugriff am 10.07.2019)
3. Breit­bach, E., 2019 — https://www.wunschkinder.net/theorie/diagnostik-der-sterilitaet/diagnostik-beim-mann/#untersuchung-des-ejakulats-spermiogramm
‍4. Man­ski, D., 2019. Sper­mio­gramm (Eja­ku­lat­ana­ly­se): Durch­füh­rung und Aus­wer­tung. — https://www.urologielehrbuch.de/spermiogramm.html
5. Bun­des­zen­tra­le für gesund­heit­li­che Auf­klä­rung, 2017. Der Samen­test: Bin ich frucht­bar? ‑https://www.familienplanung.de/kinderwunsch/diagnostik/untersuchungen-mann/der-samentest/
6. Wu, F., et al. (2008, Jul). Hypo­tha­l­a­mic-pitui­ta­ry-testi­cu­lar axis dis­rup­ti­ons in older men are dif­fe­ren­ti­al­ly lin­ked to age and modi­fia­ble risk fac­tors: the Euro­pean Male Aging Stu­dy. J Clin Endocri­nol Metab , 93 (7), pp. 2737–45.
7. Win­ter­man­tel, B., o.D. — https://www.eltern.de/kinderwunsch/fruchtbarkeit/kinderwunsch-was-kann-er-tun.html