Chris­tina Klei­nert

Schild­drüse und Kin­der­wunsch: Welche Rolle spielt der TSH-Wert?

Was ist der TSH-Wert?

Der Hor­mon­haus­halt im Körper wird durch die Hirn­an­hang­drüse und durch die Schild­drüse ge­steuert. Das Thy­reo­idea-sti­mu­lie­rende Hormon (TSH) wird in der Hirn­an­hang­drüse ge­bildet und sti­mu­liert wie­derum die Funk­tion der Schild­drüse. Diese schüttet dann wie­derum Hor­mone aus, die wei­tere Vor­gänge im Körper re­gu­lieren.

Wie wird der TSH-Wert be­stimmt?

Der Schild­drü­sen­wert TSH wird oft­mals rou­ti­ne­mäßig beim ärzt­li­chen Check-up be­stimmt, um eine Schild­drü­sen­über- oder Un­ter­funk­tion aus­zu­schließen. Aber auch im Zuge der Ab­klä­rung eines un­er­füllten Kin­der­wun­sches wird die be­han­delnde Ärztin oder der be­han­delnde Arzt diesen Wert ge­nauer unter die Lupe nehmen. Sie oder er wird basal über eine Blut­un­ter­su­chung be­stimmt. Um schwanger zu werden, sollten ins­be­son­dere die T3 (Tri­jodthy­ronin ) und T4 (Thyroxin)-Werte im Norm­be­reich liegen.

Was sind die TSH-Norm­werte?

Die TSH-Norm­werte liegen bei Er­wach­senen im Serum zwi­schen 0,40 und 4,0 mU/I. Dieser Re­fe­renz­be­reich kann aber je nach Alter und Ge­schlecht schwanken. Bei einem Kin­der­wunsch sollten die Werte al­ler­dings zwi­schen 0,5 und 2,0 mU/I liegen; im Ide­al­fall sollte der Norm­wert 1 mU/I oder we­niger be­tragen. Es exis­tiert eine groß an­ge­legte Studie der Har­vard Me­dical School in Boston, laut der In­fer­ti­lität bei Frauen be­reits durch einen TSH-Spiegel ent­stehen kann, der all­ge­mein als normal gilt.

TSH-Wert

Was be­deutet eine Schild­drü­sen­stö­rung für den Kin­der­wunsch?

Liegen die Schild­drü­sen­werte beim Kin­der­wunsch au­ßer­halb der Norm­werte, kann dies die Frucht­bar­keit er­heb­lich be­ein­flussen. Die Schild­drü­sen­hor­mone sind es­sen­tiell für die Steue­rung der Pro­zesse, die am Ende zu einer Schwan­ger­schaft führen, wie bei­spiels­weise das op­ti­male Ver­hältnis von Ös­trogen und Pro­ges­teron. Ist dieses ge­stört, kann der Ei­sprung aus­bleiben, so­dass eine Schwan­ger­schaft nicht mög­lich ist.

Schild­drü­sen­un­ter­funk­tion (Hy­po­thy­reose)

Ein zu nied­riger TSH-Wert zeigt an, dass zu wenig Hor­mone in der Schild­drüse ge­bildet werden. In der Folge ist Dein Stoff­wechsel ver­lang­samt und die Hor­mon­bil­dung ge­stört. Ins­be­son­dere die „Schwan­ger­schafts­hor­mone“ der Schild­drüse T3 und T4 liegen in einer zu ge­ringen Kon­zen­tra­tion vor, so dass ein zu nied­riger Schild­drü­sen­wert eine Schwan­ger­schaft ver­hin­dern kann.

Schild­drü­sen­über­funk­tion (Hy­per­t­hy­reose)

Pro­du­ziert die Schild­drüse zu viele Hor­mone, gerät der Hor­mon­haus­halt ins Un­gleich­ge­wicht. Auch dies kann eine Ur­sache für einen un­er­füllten Kin­der­wunsch sein.

Das sind die Sym­ptome einer Stö­rung der Schild­drüse

Liegt der TSH-Wert bei der Schwan­ger­schaft au­ßer­halb der Norm, spürst du dies oft auch an­hand kör­per­li­cher Sym­ptome.

Sym­ptome bei zu hohem TSH-Wert

  • Starke Mü­dig­keit
  • Kon­zen­tra­ti­ons­stö­rungen
  • Käl­te­emp­find­lich­keit
  • Ver­stop­fung
  • Ge­wichts­ver­än­de­rungen
  • Haar­aus­fall
  • Schlaf­stö­rungen

Sym­ptome bei zu nied­rigem TSH-Wert

  • Schwitzen
  • Herz­rasen
  • Schlaf­stö­rungen
  • Ner­vo­sität
  • Häu­figes Durst­ge­fühl

 

nachdenkliche Frau

Son­der­form Ha­sh­i­moto: Aus­wir­kungen auf den Kin­der­wunsch

Neben der Schild­drü­sen­über- und Un­ter­funk­tion kann es auch zu einer Schild­drü­sen­ent­zün­dung, der so­ge­nannten Ha­sh­i­moto-Thy­reo­iditis kommen. Diese Er­kran­kung kann ver­schie­dene Ver­laufs­formen an­nehmen. Es kommt ent­weder zu einer Ver­grö­ße­rung der Schild­drüse bei einer gleich­zei­tigen Be­ein­träch­ti­gung der Funk­tion oder einer Zer­stö­rung des Schild­drü­sen­ge­webes. Damit sich bei be­trof­fenen Frauen der Kin­der­wunsch trotzdem er­füllen kann, muss der Hor­mon­haus­halt me­di­ka­mentös aus­ge­gli­chen werden.

Be­hand­lung: Schwanger werden trotz schlechter TSH-Werte

Etwa bei 10% der Frauen im ge­bär­fä­higen Alter ist die Schild­drüse für einen un­er­füllten Kin­der­wunsch ver­ant­wort­lich. Wird eine Schild­drü­sen­über- oder Un­ter­funk­tion bei Frauen mit Kin­der­wunsch fest­ge­stellt, dann gibt es dafür ver­schie­dene Be­hand­lungs­mög­lich­keiten. Es be­stehen gute Chancen, mit der rich­tigen Be­hand­lung schwanger zu werden. Eine Schild­drü­sen­über­funk­tion wird meis­tens me­di­ka­mentös über die Ein­nahme von Thy­reo­sta­tika re­gu­liert. Diese sind al­ler­dings für Schwan­gere und un­ge­bo­rene Kinder sehr ge­fähr­lich, so­dass vor der Ein­nahme eine Schwan­ger­schaft un­be­dingt aus­ge­schlossen werden muss. Auch bei einer Schild­drü­sen­un­ter­funk­tion wird der Hor­mon­mangel durch die Ein­nahme von Ta­bletten aus­ge­gli­chen. Das Me­di­ka­ment der Wahl ist hier meis­tens L‑Thyroxin.

Der TSH-Wert ist nur eine Kom­po­nente, die stimmen muss, damit eine Frau schwanger wird. Sollte Dein TSH-Wert im Norm­be­reich liegen und sich trotzdem keine Schwan­ger­schaft ein­stellen, dann soll­test Du nach wei­teren Ur­sa­chen für Deinen un­er­füllten Kin­der­wunsch su­chen.

Der op­ti­male TSH-Wert in der Schwan­ger­schaft

Wenn sich das Wunsch­kind end­lich an­ge­kün­digt hat, ist es trotzdem wichtig, die Schild­drü­sen­werte im Auge zu be­halten. Durch die Schwan­ger­schaft ver­än­dert sich auch die Schild­drü­sen­funk­tion und damit ebenso die TSH-Werte.

TSH-Norm­werte in der Schwan­ger­schaft

1.      Tri­menon: 0,1 – 2,5 mU/l

2.      Tri­menon: 0,2 – 3,0 mU/l

3.      Tri­menon: 0,3 – 3,0 mU/l

Ins­be­son­dere in der Früh­schwan­ger­schaft ist der TSH-Wert meis­tens nied­riger, da die Schild­drüse jetzt nicht nur durch das TSH, son­dern auch durch das Hormon HCG sti­mu­liert wird. Das führt dazu, dass die Schild­drüse etwas we­niger TSH aus­schüttet.

Bei einer be­kannten Schild­drü­sen­stö­rung sollten die Werte in der Schwan­ger­schaft re­gel­mäßig kon­trol­liert werden. Ein zu hoher TSH-Wert kann das Ri­siko für eine Früh- oder Fehl­ge­burt deut­lich er­höhen. Frauen, die be­reits Me­di­ka­mente wie L‑Thyroxin ein­nehmen, be­nö­tigen in der Schwan­ger­schaft meis­tens eine etwas hö­here Dosis.

Lohnt es sich, zu­sätz­li­ches Jod in der Schwan­ger­schaft ein­zu­nehmen?

In der Schwan­ger­schaft wird Frauen oft­mals emp­fohlen, zu­sätz­li­ches Jod in Form von Jodid-Ta­bletten ein­zu­nehmen. Der Jod­be­darf steigt in der Schwan­ger­schaft an und ist ein wich­tiger und es­sen­ti­eller Bau­stein für die Schild­drü­sen­hor­mone. Wird Dein Körper in der Schwan­ger­schaft nicht mehr aus­rei­chend mit Jod ver­sorgt, kann sich ein Kropf ent­wi­ckeln. Dies kannst Du durch eine re­gel­mä­ßige Ta­blet­ten­ein­nahme sowie über eine jod­reiche Er­näh­rung ver­hin­dern.

Über Fer­tilly

Wir bei Fer­tilly haben es uns zur Auf­gabe ge­macht, Paare (homo- und he­te­ro­se­xuell) und Sin­gles auf dem Weg zur Er­fül­lung ihres Kin­der­wun­sches zu be­gleiten. Dabei ist es uns wichtig Trans­pa­renz im Be­reich der An­ge­bote zum Thema Kin­der­wunsch zu schaffen, In­for­ma­tionen und Wissen zu den Themen Schwan­ger­schaft und Frucht­bar­keit zu ver­mit­teln und Dir und Euch dabei zu helfen, die am besten pas­sende Kin­der­wun­sch­klinik zu finden. Durch Ko­ope­ra­tionen mit erst­klas­sigen Kin­der­wun­sch­zen­tren in Deutsch­land und im Aus­land werden An­fragen über Fer­tilly be­vor­zugt be­han­delt. Somit um­gehen un­sere Pa­ti­en­tinnen und Pa­ti­enten die sonst meist langen War­te­zeiten und kommen schneller an ihr Ziel.

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