An­drea Helten

Vater werden nach einer Va­sek­tomie

Was ist eine Va­sek­tomie?

Va­sek­tomie be­zeichnet die Durch­tren­nung der Sa­men­leiter beim Mann. Sie gilt als zu­ver­läs­sige Ver­hü­tungs­me­thode, ist re­lativ kom­pli­ka­ti­onsarm und bringt im Ver­gleich zur Ste­ri­li­sa­tion bei der Frau ein we­sent­lich ge­rin­geres Ope­ra­ti­ons­ri­siko mit sich. Die Va­sek­tomie ist nicht zu ver­wech­seln mit der Kas­tra­tion, bei der die Hoden ent­fernt werden und somit der Hor­mon­haus­halt dras­tisch ver­än­dert wird.

Bei der Ste­ri­li­sa­tion oder Va­sek­tomie er­folgt kein Ein­griff in den Hor­mon­haus­halt: Die Sa­men­pro­duk­tion findet weiter statt. Durch die Durch­tren­nung der Sa­men­leiter sind le­dig­lich keine Sper­mien mehr im Eja­kulat vor­handen – der Sa­men­trans­port ist dau­er­haft un­ter­bro­chen. Nach einer Va­sek­tomie emp­findet der Partner genau so viel Lust beim Sex wie vorher und auch auf Erek­tion und Or­gasmus hat der Ein­griff keinen un­mit­tel­baren Ein­fluss.

sitzender Mann

Wie funk­tio­niert eine Va­sek­tomie?

Bei der klas­si­schen Va­sek­tomie er­folgt nach lo­kaler Be­täu­bung ein kleiner Schnitt in die Haut des Ho­den­sacks, durch den die Sa­men­leiter beider Hoden frei­ge­legt werden. An­schlie­ßend werden aus linkem und rechtem Sa­men­leiter je­weils circa 2 cm lange Teile ent­nommen. Die durch­trennten und so ge­kürzten Sa­men­leiter werden an ihren of­fenen Enden ver­ödet, ver­näht und wieder po­si­tio­niert. Die Hoden werden im nächsten Schritt zu­ge­näht. Die klas­si­sche Me­thode dauert pro Hoden rund 15 Mi­nuten.

Mo­derne Ver­fahren wie die so­ge­nannte Non-Scalpel Vasec­tomy bieten eine noch scho­nen­dere Form der Ste­ri­li­sa­tion beim Mann: Hier wird die Haut am Ho­den­sack nicht mehr mit dem Skal­pell ge­schnitten, son­dern an ein oder zwei Stellen punk­tiert. Die Va­sek­tomie ohne Skal­pell dauert nur rund 15 bis 20 Mi­nuten.

Die kleine Öff­nung wird le­dig­lich mit einem ste­rilen Ver­band ab­ge­deckt und ver­heilt von selbst. Die Ohne-Skal­pell-Va­sek­tomie lässt sich etwas schneller durch­führen und dauert für beide Seiten ins­ge­samt etwa 10 bis 15 Mi­nuten.

Wie si­cher ist eine Va­sek­tomie?

Ob eine Ver­hü­tungs­me­thode si­cher oder we­niger si­cher ist, lässt sich an­hand des „Pearl Index“ messen. Je nied­riger der „Pearl Index“, desto si­cherer ist die Me­thode. Die Va­sek­tomie ist eine der si­chersten Me­thoden zur Ver­hin­de­rung einer un­ge­wollten Schwan­ger­schaft, ihr „Pearl Index“ liegt laut Pro­Fa­milia bei 0,1. Zum Ver­gleich: Der „Pearl Index“ der Pille ran­giert von 0,1 bis 0,9.

Vor diesem Hin­ter­grund sollte Dir eines klar sein: Eine Va­sek­tomie ist zwar wirk­lich nur ein kleiner Schnitt, der je­doch weit­rei­chende Folgen hat. Die Ent­schei­dung für oder gegen eine Ste­ri­li­sa­tion beim Mann soll­test Du daher nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es gibt zwar Mög­lich­keiten, die Va­sek­tomie wieder rück­gängig zu ma­chen (wie, er­fährst Du weiter unten), aber eine Ga­rantie für die Wie­der­erlan­gung der Zeu­gungs­fä­hig­keit gibt es keine.

Daher rät auch die Deut­sche Ge­sell­schaft für Uro­logie dazu, sich gegen eine Va­sek­tomie zu ent­scheiden, wenn bisher keine Kinder ge­zeugt wurden, der Mann jünger als 30 Jahre ist, an chro­ni­schen Ho­den­schmerzen leidet oder ak­tuell in keiner Part­ner­schaft ist. Auch eine see­li­sche Krise sollte nicht als Grund für diesen Ein­griff dienen.

Wie hoch sind die Kosten für eine Va­sek­tomie?

Je nach Praxis müsst Ihr mit rund 500 Euro (in­klu­sive Nach­un­ter­su­chungen) rechnen. Die Kran­ken­kassen über­nehmen die Kosten nicht.

Va­sek­tomie und Kin­der­wunsch

Die Va­sek­tomie ist an­ge­raten für Männer ohne Kin­der­wunsch oder nach ab­ge­schlos­sener Fa­mi­li­en­pla­nung. Aber was ist, wenn nach einer Va­sek­tomie doch noch Kin­der­wunsch be­steht? Das ist bei rund 30% der ste­ri­li­sierten Männer der Fall. Und im­merhin rund 6–10% der Männer, die eine Va­sek­tomie haben durch­führen lassen, ent­scheiden, diese rück­gängig ma­chen zu lassen.

Kann man eine Va­sek­tomie rück­gängig ma­chen?

Ja, es ist mög­lich. Durch eine er­neute Ope­ra­tion, die so­ge­nannte Va­so­vaso­s­tomie, werden die durch­trennten Sa­men­leiter wieder mit­ein­ander ver­bunden. Ein spe­zi­elles Ope­ra­ti­ons­mi­kro­skop er­mög­licht es dem Ope­ra­teur hier, die winzig kleinen Sa­men­leiter bis zu 20fach zu ver­grö­ßern, um deren Enden er­neut zu ver­binden. Im­merhin 90% der Ope­ra­tionen sind von Er­folg ge­krönt und die Zeu­gungs­fä­hig­keit ist wieder her­ge­stellt.

Ob der Faktor Zeit eine große Rolle spielt oder nicht, dar­über herrscht Un­ei­nig­keit. Im In­ternet be­richten viele Quellen davon, dass, je länger die Zeit­spanne zwi­schen er­folgter Va­sek­tomie und Re­fer­ti­li­sie­rung liegt, desto ge­ringer die Wahr­schein­lich­keit einer Schwan­ger­schaft ist. So gibt die Bun­des­zen­trale für ge­sund­heit­liche Auf­klä­rung (BZgA) auf ihrer Seite Familienplanung.de an, dass nur die Hälfte der ste­ri­li­sierten Männer noch einmal ein Kind zeugen, wenn die Re­fer­ti­li­sie­rung in­ner­halb von drei Jahren nach der er­folgten Va­sek­tomie statt­ge­funden hat. Liegt der Ein­griff noch länger zu­rück, ver­schlech­tern sich die Chancen weiter. Doch es gibt auch an­dere, hoff­nungs­vol­lere Pro­gnosen, die be­sagen, dass der Zu­sam­men­hang zwi­schen Zeit und Er­folgs­chancen schlichtweg nicht ge­geben ist. Viel­mehr sei aus­schlag­ge­bend, dass „die dia­gnos­ti­schen und part­ner­schaft­li­chen Pa­ra­meter stimmen.“

Wie hoch sind die Kosten für eine Re­fer­ti­li­sie­rung / Va­so­vaso­s­tomie?

Hier muss mit min­des­tens 2000 Euro ge­rechnet werden. Auch hier zahlt die Kran­ken­kasse nicht.

Vater werden durch künst­liche Be­fruch­tung

Ist eine Re­fer­ti­li­sie­rung nicht mög­lich oder soll sie trotz Kin­der­wunsch nicht rück­gängig ge­macht werden, können Paare nach der Va­sek­tomie noch eine an­dere Op­tion in Be­tracht ziehen: Die tes­ti­ku­läre Sper­mien­ex­trak­tion (TESE). Hier werden mit­tels eines kleinen Ein­griffes Ge­we­be­proben aus dem Hoden ent­nommen und auf be­fruch­tungs­fä­hige Sper­mien hin un­ter­sucht. Finden sich diese, können die Proben tief­ge­froren und für eine Kin­der­wunsch­be­hand­lung (ICSI) ge­nutzt werden. Die TESE setzt eine gründ­liche Vor­un­ter­su­chung in­klu­sive Sper­mio­gramm voraus. Sie kostet rund 2500 bis 3000 Euro, die an­teilig auch fällig werden, wenn keine be­fruch­tungs­fä­higen Sper­mien ge­funden werden. Al­ler­dings be­tei­ligen sich die Kran­ken­kassen in der Regel an den Kosten von ope­ra­tiven Ver­fahren zur Ge­win­nung von Sper­mien, wenn be­stimmte Vor­aus­set­zungen er­füllt sind.

Über Fer­tilly

Wir bei Fer­tilly haben es uns zur Auf­gabe ge­macht, Paare (homo- und he­te­ro­se­xuell) und Sin­gles auf dem Weg zur Er­fül­lung ihres Kin­der­wun­sches zu be­gleiten. Dabei ist es uns wichtig Trans­pa­renz im Be­reich der An­ge­bote zum Thema Kin­der­wunsch zu schaffen, In­for­ma­tionen und Wissen zu den Themen Schwan­ger­schaft und Frucht­bar­keit zu ver­mit­teln und Dir und Euch dabei zu helfen, die am besten pas­sende Kin­der­wun­sch­klinik zu finden. Durch Ko­ope­ra­tionen mit erst­klas­sigen Kin­der­wun­sch­zen­tren in Deutsch­land und im Aus­land werden An­fragen über Fer­tilly be­vor­zugt be­han­delt. Somit um­gehen un­sere Pa­ti­en­tinnen und Pa­ti­enten die sonst meist langen War­te­zeiten und kommen schneller an ihr Ziel.

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